Wie kann der Umstieg auf eine Wärmepumpe gelingen – gerade im älteren Bestandsgebäude? Welche Fördermittel gibt es aktuell, und wie stellt man die Anträge richtig? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gab es bei der kostenfreien, individuellen Energieberatung im Rathaus der Gemeinde Lindlar. Das Angebot fand an vier Nachmittagen statt und wurde gemeinsam mit dem Oberbergischen Kreis sowie dem Bergischen Energie- und Ressourcenzentrum organisiert.
Insgesamt zehn Bürgerinnen und Bürger nutzten die persönliche Beratung bei 14 verfügbaren Terminen. Die Rückmeldungen fielen durchweg positiv aus: Mehrere Teilnehmende berichteten von sehr hilfreichen, gut verständlichen Gesprächen und einer spürbaren Entlastung bei der Entscheidungsfindung.
Klimaschutzmanagerin Charlotte Bolte betont: „Die Energieberatungen waren eine gute Gelegenheit, Bürgerinnen und Bürger ganz konkret bei Fragen rund um nachhaltige Wärme- und Stromerzeugung, Sanierung und Klimaschutz zu unterstützen. Besonders wichtig ist schließlich, dass es im Alltag praktisch und umsetzbar wird.“
Durchgeführt wurde die Beratung durch die unabhängigen, zertifizierten Energieberater Jörg Stumm und Jens Brachmann und richtete sich an Eigentümerinnen und Eigentümer selbst genutzter Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen, die sich unverbindlich über energetische Modernisierungsmaßnahmen, Einsparpotenziale sowie Fördermöglichkeiten informieren wollten.
Nach Einschätzung der Energieberater lag der Schwerpunkt klar auf dem Heizungstausch, insbesondere auf der Frage, ob und wie eine Wärmepumpe auch im Bestand sinnvoll eingesetzt werden kann. Häufig ging es dabei um Kombinationen mit Photovoltaikanlage, Stromspeicher und teilweise auch um die Einbindung von Wallboxen.
Ebenso groß war das Interesse an Förderprogrammen: Die Besucherinnen und Besucher wollten wissen, welche Fördermittel aktuell zur Verfügung stehen und wie sie korrekt beantragt werden können. Ergänzend erhielten Interessierte Hinweise auf digitale Hilfsmittel wie das Solarkataster sowie den Autarkierechner der HTW Berlin. Fragen zur Gebäudehülle (z. B. Dämmung, Fenster) spielten in den Gesprächen ebenfalls eine Rolle, standen jedoch meist nicht im Vordergrund.
Die beiden Energieberater berichten insgesamt von einem sehr positiven Stimmungsbild: Das Interesse an Modernisierungen ist hoch – zugleich sei eine gewisse Verunsicherung spürbar, die durch wechselnde gesetzliche Vorgaben und Förderbedingungen entstehe. Umso wichtiger sei vielen Menschen eine unabhängige Einschätzung und ein klarer Fahrplan, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind und mit welchen Kosten zu rechnen ist.
Die Gemeinde Lindlar freut sich, dass das Angebot bei den Bürgerinnen und Bürgern so gut angekommen ist. Die Erfahrungen werden ausgewertet und es wird geprüft, wie das Beratungsangebot künftig weitergeführt werden kann. Wichtig: Eine Beratung zu Mehrfamilienhäusern oder Gewerbeimmobilien war im Rahmen dieses Angebots nicht möglich.