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Textilindustrie im Wandel? Corona macht Massenproduktion sichtbar

Textilindustrie im Wandel? Corona macht Massenproduktion sichtbar

Aus der Reihe „Verbrauchertipps“ des Lindlarer Klimaschutzmanagers Marcel Siebertz

Die Presseberichte aus den letzten Tagen erschrecken: Als Folge der Corona-Pandemie führt die geringe Nachfrage nach Bekleidung zu einem zu großen Lagerbestand in der Textilindustrie. Denn der Lock down verhindert Spontaneinkäufe beim Bummeln – zudem ist der Bedarf nach neuer Bekleidung aufgrund fehlender privater und beruflicher Präsenzveranstaltungen deutlich geringer.

Die wirtschaftlichen Folgen sind für besonders kleine Bekleidungsgeschäfte gravierend.

Zudem zeigt die aktuelle Situation auch die Überproduktion und den starken Konsum in dem Segment. Große Lagerbestände treffen auf bereits bestellte neue Kollektionen. Neuware wird daher sogar in Teilen vernichtet. Dies ist günstiger als Spenden, da auf Sachspenden 19% Umsatzsteuer gezahlt werden muss.

In Deutschland werden pro Jahr und Bürger mehr als 60 Bekleidungsstücke gekauft. 60% dieser Ware wird nur etwa 1 Jahr getragen und dann entsorgt. Aus diesem Grund hat sich in der Branche der Begriff der Fast Fashion geprägt. Günstige Preise als Folge von geringen Sozial- und Umweltstandards in Massenproduktion ermöglichten diese Entwicklung.

Vielen Menschen ist auch nicht bewusst, dass in vielen Bekleidungsstücken Kunststoff eingesetzt wird. Polyester, Nylon, Polyacryl – dies sind alles Kunststoffe, die beim Waschprozess als Mikroplastik ins Abwasser abgegeben werden.

Auch wenn der Begriff überstrapaziert wird: Nachhaltig ist diese Situation nicht. Dass sich an dieser Situation was ändern muss, ist nicht erst seit heute bekannt.

Es gibt auch gute Ansätze: Es gibt eine steigende Anzahl an fair produzierter und nachhaltiger Bekleidung. Der Trend ist auch bei den großen Textilketten angekommen. Schon hat sich der Begriff Slow Fashion eingebürgert. Ebenso hat sich der Markt für Secondhand deutlich vergrößert – aktuell gibt es etwa 40 online-Secondhandanbieter.

Wichtig ist meiner Meinung nach, sich der Situation bewusst zu sein und sich eine Meinung zu bilden. Jeder Einzelne kann dazu beitragen weniger zu konsumieren.

Am Montag, den 8.3.2021 lief im Abendprogramm des Hessischen Rundfunk eine interessante Reportage über dieses Thema, die ich Ihnen gerne empfehle.

Klicken Sie hier um die 30-minütige Dokumentation in der Mediathek anzusehen.

 

Ihr Klimaschutzmanager Marcel Siebertz

 

Pressekontakt
Dr. Georg Ludwig

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Bürgermeister
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nach vorheriger telefonischer Absprache; offene Bürgersprechstunde jeweils am 3. Montag im Monat von 17.00 Uhr bis 18.00 Uhr
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