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P Schornstein der Feilenhauerei Klein

Kamper Straße o.Nr.

  • 26 m hoher Schornstein
  • Betrieb eines Dampfkessels ab 1892/1893
  • Carl Klein verstarb 1904
  • 1925 wurde die Fabrikk und der Schornstein abgebaut

Die Feilenhauerei Carl Klein in der Kamper Straße fiel allein durch seinen 26 Meter hohen Schornstein im Ortsbild auf. Der Schornstein wurde notwendig für den Betrieb der Dampfmaschine, eines Dampfkessels, der in den Jahren 1892/93 aufgebaut wurde. Die Dampfmaschine trieb eine Feilenhau-Maschine an, die das Zuschlagen der Raspeln und Feilen übernahm. Vom „Köttelsbach“ in der Wiese führte ein Abzweig zur Feilenhauerei, denn die Dampfmaschine musste mit Wasser versorgt werden. Weiterhin verfügte die Firma über eine eigene Maschinenschleiferei, ein Dampfstrahlgebläse und ein Hammerwerk. So wird es im Briefkopf der Firma angezeigt. 1911 wurde die Genehmigung der Gemeinde für die Anschaffung eines Federhammers gegeben.

Der Landrat erklärte die Firma Klein 1893 als einzige Feilen-„Fabrik“ im Bezirk Lindlar. Alle anderen bestehenden Feilenfabriken waren danach Handwerksbetriebe. 1908 waren 25 Arbeiter und Arbeiterinnen bei der Witwe Klein beschäftigt. Es gibt aber auch ein Foto aus den Folgejahren, wo nur 10 Arbeiter und Arbeiterinnen abgebildet waren. Carl Klein starb 1904 plötzlich inmitten seiner Schaffensperiode. 1890 war er Vorsitzender der „Allgemeinen Ortskrankenkasse“ Lindlar gewesen. Im Jahr 1900 war er als Schützenkönig bekannt. Sein Sohn Karl fiel 1916 im ersten Weltkrieg.

Seine Frau führte das Geschäft nach dem Tod von Carl weiter mit dem Hinweis „Carl Klein, Witwe“. Durch die Heirat der Tochter Leonie mit Herrn Plietz war auch der Schwiegersohn in das Geschäft der Feilenhauerei eingestiegen. Bereits 1910 kam es jedoch zu ersten Verkaufsverhandlungen, die an den Preisforderungen scheiterten. Im Juli 1923 wurde die Firma infolge „zu hoher Strompreise“ oder einfach wegen „Unwirtschaftlichkeit“ geschlossen.  1925 wurde die Fabrik und der Schornstein abgeräumt. 

Quellen und Recherche:

  • Quellen:
  • Infos:
  • J. Külheim, Die „Villa Plietz“, Freilichtblicke
  • Fotos:
  • GAL Fotobestand bis 1930 Nrn. 2 -mit Pfeil-, 417
  • Fotobestand Großformat Nrn. 89, 305
  • Text: B. Braatz