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K Verwaltungsgebäude der Linzer Basalt AG

Altenlinde 44

  • Erbaut 1912 für die Witwe August Lob
  • Bis 1985 Verwaltungs- und Wohngebäude
  • Anschließend reines Wohnhaus

In der historischen „Geographie und Geschichte des Herzogthums Berg“ von 1804 wird das katholische Lindlar mit seinen Steinbrüchen und den vielen Steinbrucharbeiter bereits erwähnt.1715 berichtete der Kartograph von Ploennies: „In dem Dorf Lindlar wohnen vorizo viele Steinhauer, welche daselbst schöne Steine zu Platten sich finden“ In einem Vertrag von 1633 vereinbarten der Pastor G. Curmann mit dem Baumeister Mertens, dass er die Kirche St. Severin aus heimischen Grauwackesteinen errichten, teils auch renovieren sollte. Dies ist eine der ersten Urkunden über die gewerbliche Nutzung der Lindlarer Grauwacke aus den Steinbrüchen.

Der Heimatforscher J. Külheim berichtet weiter, dass im Jahr 1706 die Lindlarer Steinhauer sich zu einer Zunft mit dem Namen des Heiligen Reinoldus als Schutzpatron zusammenschlossen. Eine Gilde die eine soziale Absicherung und Kontrolle der Arbeit der Steinhauer vereinbarte. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die umliegenden Ortschaften und die Regionen mit Grauwacke Steinen beliefert.  Auch die Stadt Köln schien zu dieser Zeit bereits als Absatzgebiet interessant gewesen zu sein (Lindlar Verwaltungsgeschichte). Von Nachteil für eine wirtschaftErrichlich zu betreibende Steinindustrie waren die fehlenden, oft schwierigen Überlandstraßen und der schlechte Zustand der Regionalstraßen. Gegen 1900 war die hiesige Steinindustrie im Niedergang.  Sowohl die Steinbrucharbeiter waren abgewandert und die „nichtwirtschaftlichen“ Steinbrüche geschlossen worden.  Die Märkte waren zu weit entfernt von den Produktionsstätten. Auch der Wechsel zu höherwertigen Werksteinen brachte nicht den Erfolg. Man verlegte sich auf die Produktion von Pflastersteinen und Bordkanten. Die Firma August Lob entwickelte sich über die Jahre zum größten Steinbruchunternehmen. Daneben gab es nur noch ein Unternehmen (Hugo Bruchhagen) welches um 1900 Gewerbesteuer zahlte. Wahrscheinlich war der zukünftige Bahnanschluss Lindlars ein Signal für die auswärtigen Investoren, den Steinbruch auf dem Brungerst zu kaufen. Zum Januar 1911 übernahm die „Linzer Basalt AG“ aus Linz den Brungerst aus dem Besitz der Witwe August Lob. 

Das Verwaltungsgebäude sollte der Firma „Witwe August Lob, Steinbruchbetriebe“ als Verwaltungssitz dienen und wurde im Jahr 1912 errichtet. Nach dem frühen Tod von August Lob (1889) hatte seine Frau die Geschäftsführung für den Steinbruch übernommen. Die Tochter Carola war eine Unterstützung in den Folgejahren und übernahm die Geschäftsleitung. Sie war auch nach der Übernahme 1911 in der Geschäftsführung der „Linzer Basalt AG“ bis zum Eintritt des Rentenalters beschäftigt. Bis zum Verkauf 1985 war es bis dahin ein vorzeigbares Verwaltungs- und Wohngebäude.

Quellen und Recherche:

  • Quellen:
  • Infos:
  • Historische Geographie Lindlar, K.J. Külheim
  • Fotos:
  • GAL Zwischenarchiv Nr. 15768 (3 Kopien)
  • GAL Fotobestand ab 1975 Nr. 65
  • 2026, Foto Doris Kisters, bearbeitet Eva Fielenbach
  • Text:
  • B. Braatz, 2025