Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

H Feilenhauerei Arntz & Thiemes, Fahrrad- und Papierwerke

Bismarckstraße 1

  • Seite 1910/1911 Feilenhauerei
  • 1936 kaufte Karl Götze
  • Gründung der Papierwerke Nord-West

1910/11 hatte eine Remscheider Feilenfabrik (Arntz & Thiemes) das Grundstück erworben, um dort eine Fabrik mit Verwaltungsgebäude für eine Feilenhauerei zu errichten. Später wurden die Gebäude Bestandteil der Bismarck Fahrradwerke aus Remscheid. Beide Gründungen scheiterten nach wenigen Jahren. 
1936 kaufte Karl Götze den Bestand in der Bismarckstraße und gründete die „Papierwerke Nord-West“.  K. Götze, ein Kenner der Papierverarbeitung, ging voller Elan und mit ebenfalls motivierten Mitarbeitern an die Herstellung von Verpackungen, Tüten, Beuteln und Einschlagpapier. Das Papierwerk kam ohne Unterbrechung durch die Kriegsjahre und startete erfolgreich in die Nachkriegszeit. Durch seine Fahrten und Aufenthalte in Nordamerika (USA) bekam Götze einen Eindruck von modernen Selbstbedienungsläden und in den Bedarf nach Papiertragetaschen in allen Variationen. Die Produktion von Beuteln und Tragetaschen wurde modernisiert und erfolgreich vermarktet. K. Götze wurde als Marktführer und Lindlar als Produktionsstandort berühmt in der Bundesrepublik und in der EWG der 50/ 60er Jahre. Unternehmer Götze aus Lindlar war für die „BILD–Zeitung“ immer eine Schlagzeile wert. Wohlstand für die Gemeinde und für die Arbeiter waren das Ergebnis dieser erfolgreichen Firmenarbeit; zahlreiche Spenden an die Lindlarer Vereine und auch an die Kirche waren üblich. K. Götze startete 1936 mit 5 Mitarbeitern und hatte bereits 1957 345 Mitarbeiter, in der Spitze 1959  430 Mitarbeiter; bei der Auflösung des Betriebes waren es noch 142.

Die Fabrikanlage mit den großen Fenstern und der „Lindlarer Grauwacke“ als Mauerwerk zeigt einen für die damalige Zeit übersichtlichen, großzügigen und modernen Baustil. Viele der ehemaligen Mitarbeiter sind noch heute begeistert von dem guten Arbeitsklima, den Erfolgen und der Zusammengehörigkeit der „Götze Familie“. 1973 starb K. Götze unerwartet. Die Firma wurde verkauft und ging durch die Hände mehrerer international geführter Konzerne (Mondi) bis zur Auflösung des Betriebes. Heute gehört das Gelände einem privaten Investor.

Quellen und Recherche:

  • Quellen:
  • Infos:
  • Zahlreiche Werkzeitungen „Wir von Nord-West“, „Freundschaftstreffen 1967“,
  • 1961 „25 Jahre Jubiläumsschrift“. Brief von A. Meinerzhagen 2007
  • Fotos:
  • GAL Fotobestand bis 1930 Nr. 107
  • GAL Fotobestand 1931-1974 Nr. 233, 237, 448
  • 2025, Foto Doris Kisters
  • Text: B. Braatz, 2025