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Schloss Heiligenhoven

Heiligenhoven 1

  • Urkundliche Erstnennung in 1363
  • Drei Adelssitze: Ober-, Mittel- und Unterheiligenhoven
  • Ab 1791 im Eigentum der Familie von Fürstenberg
  • Heute nur noch Oberheiligenhoven vorhanden
  • Wechselnde Eigentümer
  • Vollständige Zerstörung des Haupthauses 1973

Schloss Heiligenhoven meint eigentlich drei Herrenhäuser Ober-, Mittel- und Unterheiligenhoven. Von diesen drei Adelssitzen ist nur noch „Oberheiligenhoven“ bekannt und als solcher zu sehen. Der Name ist abgeleitet aus der Gemarkungsbezeichnung „Hellinghoven, der Hof in der Helling“. Die urkundliche Erwähnung derer von Heiligenhoven geht bis in das Jahr 1363 zurück.  Im Kloster Drolshagen lebte eine Nonne mit dem Namen „Gretin van heiligen hove“. Danach tauchte in den Kölner Archiven ein Rittmeister und ehemaliger Söldner „ van Wrede“ im Dienste der Stadt Köln auf, der durch Urkunde seinen Besitz,  Schloss Heiligenhoven zum offenen, gastlichen Haus für  die städtischen Würdenträger oder den städtischen Würdenträgern  Kölns zur Verfügung stellte (1425). Bei aller Begeisterung für historische Gebäude und Ereignisse muss gesagt werden, dass das Schloss 1973 durch einen Brand völlig vernichtet wurde. Schweißarbeiten bei Reparaturen hatten den Brand ausgelöst. Das Schloss wurde komplett  wieder aufgebaut und steht für eine moderne Kopie  des ehemaligen Gebäudes nun  mit einem ausgebauten Mansardendach.

Die ursprüngliche Vorburg und der Park blieben erhalten, und zusammen  geben sie heute einen Eindruck der Schlossanlage „Oberheiligenhoven“ wieder. Mit dem Kauf des Eigentums 1791 durch den Reichsfürsten Leopold von Fürstenberg-Herdringen wurde damals ebenfalls eine Renovierung ausgeführt mit einer  Aufstockung durch ein zweites Obergeschoss und einem Abschluss zum Dach mit einem Zinnenkranz und kleinen Zierecktürmen. Eine Replik auf den damals vorherrschenden neugotischen Stil englischen Ursprungs  um 1825. Der Reichsfreiherr von Fürstenberg  hatte den Besitz aus der Konkursmasse der Familie von Brück erworben. Joseph von Brück war ehrgeizig und streitlustig, ohne Erfolg und Gewinn, und deshalb musste sein Sohn den Konkurs betreiben. Davor hatte der Freiherr von Pfeill 1743 Heiligenhoven erworben, aber schon nach fünf Jahren verkaufte sein Sohn den Besitz und  das Eigentum an den Reichsritter von Brück. 1791 ging der Besitz an die Reichsfreiherren von Fürstenberg-Herdringen. 

Wichtig für Lindlar und das Schloss war die Zeit, in der Lindlar Kreisverwaltungsort und damit Sitz des Landratsamtes war. Der Landrat Baron Franz Egon von Fürstenberg-Heiligenhoven ließ 1883 den westlichen Teil der Vorburg von Oberheiligenhoven  niederlegen und baute dort ein neues repräsentatives Gebäude als Landratsamt auf. Trotz Verhandlungen in Berlin wurde das Landratsamt 1897  nach Wipperfürth verlegt. 1908 wurden erste Verkaufsabsichten über das Schloss und den Gesamtbesitz bekannt. 1928 begann der Verkauf einzelner Höfe. Der Kreis Wipperfürth erwarb einen Teil der Ländereien mit ca. 475 Hektar Wald und Ackerfläche ohne den Besitz von Schloss und Park. 1932 erwarb zunächst die Kreissparkasse Wipperfürth  und anschließend der Kreis Wipperfürth den Schlossbesitz inclusive der Parkanlage und den Waldungen rund  um den Steimelskopf. 

Die Wald- und Ackerflächen  wurden als Maßnahme der  Arbeitsplatzbeschaffung für die Arbeitslosen in den Jahren der Weltwirtschaftskrise genutzt. Rodungen und die Herstellung von Wirtschaftswegen waren der nächste Schritt. Ein Sägewerk folgte. Auf diesem Rodungsgelände bis hinauf zum Hölzer Kopf wurden dann  Grundstücke zur Gründung eines Bauernhofes in der Größe von 50-60 Morgen an Landwirte angeboten und verkauft. Von 1933 bis 1938 war es eine Unterkunft des Reichsarbeitsdienstes (RAD) und danach folgten weitere kriegsbedingte  Nutzungen. Nach Beendigung des Krieges, ab November 1945, diente es als Notunterkunft für viele Kölner Familien, die ihr Haus oder ihre Wohnung in  Köln verloren hatten. 1956 erwarb das „Sozialwerk Adam Stegerwald“ das Schloss und den angrenzenden Park mit der Teichanlage für eine Erholungsstätte Kölner Familien. 

Heute befindet sich hier die Limes Schloss- Klinik mit einem  modernen Neubau, einem Glaspavillon,  neben dem Schloss. Die Limes Schloss-Klinik ist  eine Privatklinik für Psychiatrie und Psychosomatik.

Weitere Impressionen:

Quellen und Recherche:

Infos: 

  • J. Gronewald, Häuser und Straßen in Lindlar, 1996

Fotos:

  • Klinikcampus, 2025, Marketingbereich der Limes Schlosskliniken
  • GAL Postkartenansichten Nr. 278, 283
  • GAL Gemäldebestand unverzeichnet, 1886, Original-Lithographie von A. Dunker
  • GAL Fotobestand 1931-1974 Nr. 418 -mit Pfeil-

Text: 

  • B. Braatz, 2025