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Altes Amtsgericht

Pollerhofstraße 19

  • Eröffnet 1902
  • Amtsgericht mit Gefängnis
  • Grauwacke-Hartgestein-Zusammenfassung über alle Geschosse

Das alte Amtsgericht ist eines der größten und prächtigsten Gebäude in Lindlar; erbaut 1902 im Stil der damaligen „Gründerzeit“ als Gerichtsgebäude zuständig für Lindlar, Engelskirchen und Hohkeppel mit einem angefügten „Kantonsgefängnis“. Lindlar war zu dieser Zeit ein Verwaltungszentrum mit einer weitläufigen Gerichtsbarkeit, das Amtsgericht mit einem Gefängnis in der Pollerhofstraße, einem  Notar, einem Rechtsbeistand  und den Rechtsanwälten vor Ort. Hervor gegangen als Friedensgericht mit einem Friedensrichter aus der Zeit Napoleons bis 1879 die Reichsjustizreform  es zu einem Amtsgericht machte.

Der Landgerichtspräsident in Köln hatte seit längerer Zeit mit Nachdruck, genauer seit 1877, den Bau eines eigenen Justizgebäudes gefordert. 1897 wurde ein Vertrag zwischen der Gemeinde  und dem Oberlandesgerichtspräsidenten geschlossen, dass die Gemeinde Lindlar sich verpflichtet, ein entsprechendes Gebäude zu errichten und auch das bisherige Kantonsgefängnis zu übernehmen. Nunmehr begann die Suche nach einem passenden Grundstück in Lindlar bis der Oberlandesgerichtspräsident sich für das heutige Grundstück entschied. Das Gebäude sollte Ausdruck der Macht und des Glanzes der Gründerzeit werden.

Hier wurde Grauwacke-Hartgestein über alle Geschosse verwendet. Die steinernen Fensterbögen, die Halbsäulen zwischen den hohen Fenstern, das Dach in Schiefer gedeckt, das alles erinnert an die  neoromanischen Repräsentativbauten.Den Vorgarten schmückte ein schmiedeeisernes Gitter, Rosen und Zierbäume die hohen Gefängnismauern im Hintergrund. 

Im Mai 1902 feierte die Bevölkerung von Lindlar die Einweihung des Amtsgerichtes bei herrlichem Frühlingswetter. Eine Kirmes war aufgebaut worden, und vom Berg dröhnten Böllerschüsse. Feierlich wurde der Gemeinde, stellvertretend durch den Bürgermeister Peiffer, das Haus übergeben. Das bisherige aus dem siebzehnten Jahrhundert stammende Gerichtsgebäude und das Kantongefängnis verkaufte die Gemeinde an den Kaufmann W. Dahl. Mehr als 600 Jahre war Lindlar Sitz des Gerichtes und durch die kommunale Neuordnung 1975 wurde die Gerichtsbarkeit von Lindlar nach Wipperfürth transferiert und das Gebäude verlor seine Bestimmung.

 

Weitere Impressionen:

Quellen und Recherche:

Infos: 

  1. Dr. J. Gronewald, Gebäude und Straßen in Lindlar, 1996

Fotos:

  • GAL Postkartenbestand Nr. 86, 376, 585
  • GAL Sammlung Ursula Homberg Nr. 189 (Festschrift und Speisefolge)
  • GAL Fotobestand Großformat Nr. 26
  • GAL Fotobestand ab 1975 Nr. 973
  • 2026, Doris Kisters, bearbeitet Eva Fielenbach

Text: 

B. Braatz, 2025