Nr. 156
Lohmühle und Rotgerberei M. Hofstadt
Kölner Straße 13
- Bereit 1812 benannt
- 1864 im Besitz von Bürgermeister Hofstadt
- Um 1910 Max Hofstadt als Betreiber
In der Lohmühle wurde die Eichenrinde (Lohe) zur Gerberlohe für die Rotgerberei zermahlen oder zerstampft. Der dabei als Nebenprodukt entstandene Lohkuchen wurde getrocknet und als Heizmaterial oder Dämmmaterial beim Hausbau verwendet. Im Keller der Lohmühle wurden die Felle mit Hilfe der Lohe bearbeitet und zum Trocknen in der naheliegende Scheune auf Holzgestellen aufgespannt. Zeitweise war die Lohmühle auch als Knochenstampfe in Gebrauch. Der Mühlenteich oberhalb der Mühle speicherte das notwendige Wasser aus der Lennefe. Die Rotgerberei stellte Sattelzeug, Geschirr für die Pferde und Ochsenbraunes her, auch Leder für die Schuhsohlen und für Gürtel. Das Dorf, die Schumacher und die Region wurden damit beliefert.
Bereits 1812 wurde als Besitzer Leonard Offermanns genannt. 1864 kaufte Wilhelm Hofstadt, der Bürgermeister, diese Mühle. In einem Adressbuch wird um 1838 auch als Besitzer der Rotgerberei und einem angeschlossenen Lederhandel ein Johann G. Brühl, sowie Josef Viander genannt.
Um 1910 ist der Sohn des Bürgermeisters Max Hofstadt Besitzer der Anlage. Die Lohmühle arbeitete bis 1920.
Quellen und Recherche:
Infos:
- P. Sasse, Abschied von der Lohmühle, o.D.
- Dr. G. Müller, Lindlar Eine Bergische Heimat erzählt, 1976
Fotos:
- GAL Fotobestand 1931-1974 Nr. 384 -mit Pfeil-
- GAL Fotobestand bis 1930 Nr. 10
- GAL Postkartenbestand Nr. 69
Text:
- B. Braatz, 2026