Nr. 127
Em Pennhong
Kamper Straße 37
- Seit 1873 notariell bekannt
- Zunächst Metzgerei Stiefelhagen
- Stammwirtschaft der Steinbrucharbeiter
Eine Gastwirtschaft mit dem ungewöhnlichen Namen „Pennhong“ in der Kamper Straße. Seit 1873 notariell bekannt, wurde dort erst eine Metzgerei betrieben und gegenüber ein Schlachthaus. Der Metzger Stiefelhagen fertigte „neben anderen Fleisch-_und Wurstwaren kleine Bratwürste, die auf einer Stange in der Metzgerei geräuchert wurden, im Rauchfang hingen. Diese Kleinwürste wurden als „auf der Stange hängend“, kurz im Volksmund gesagt, als „Pennhong“ bezeichnet. Nach der Aufgabe der Metzgerei und der Eröffnung einer Gastwirtschaft wurde der Name „Pennhong“ übertragen und die Stammwirtschaft der Steinbrucharbeiter, die hier mit einem Schnaps, dem Spichesch Klo'eren oder Kadels Klo'eren ihre Erschöpfungen und die latent wirkende Staublungenkrankheit linderten. Diese Krankheit verlief oft tödlich. Deshalb wurde Lindlar im Volksmund auch das Dorf der „vielen Witwen und Waisen genannt“.
1934 wurde aus dem „Pennhong“ ein großes Haus, das Erdgeschoß erhielt zusätzlich ein Obergeschoss, einen Aufbau in einer Fachwerkkonstruktion und ein neues Satteldach. Der Zimmermann Karl Schmitz mit seinen Gesellen wirkten hier vorbildlich für weitere Häuser in Lindlar.
1975 wurde noch das 100-jährige Bestehen gefeiert und 1983 wurde die Gastwirtschaft aufgegeben.
Quellen und Recherche:
- Quellen:
- Infos:
- J. Gronewald, Häuser und Straßen in Lindlar, 1996
- Johann Külheim, Jugenderinnerungen, 1955
- Fotos:
- GAL Fotobestand bis 1930 Nr. 83
- 2024, B. Braatz
- Text:
- B. Braatz, 2026