Nr. 106
Haus Kisseler
Hauptstraße 25
- Erbaut 1872
- Verschiedene Nutzungen und Eigentümer
Nach Aussage des Heimatforschers J. Külheim erbaute es der Strumpffabrikant F. Leonartz 1872, kurz danach erwarb es Rudolf Kisseler, und damit wurde es zu einem Verwaltungs- und Ärztehaus bis zum heutigen Tag. 1871 wurde der bisherige „Kirchenrendant“ Rudolf Kisseler zum „Sparkassenrendanten“ ernannt. Der Lindlarer Gemeinderat ernannte Wilhelm Breidenbach als „Gegenbuchführer“ im Nebenamt. Damit war die Besetzung der „Gemeindesparkasse“ komplett. Voraussetzung für dieses Amt waren der Besitz eines feuerfesten Schrankes und die Hinterlegung einer Kaution von 2000 Talern. Kissler wird als sehr verschwiegen in Kassenangelegenheit beschrieben mit dem Ruf der Unfehlbarkeit. 1908 starb Rendant Kisseler und es dauerte ein halbes Jahr bis ein Nachfolger, nämlich Emil Schulz, gefunden war. Für kurze Zeit von 1873-1876 hatte hier die Postverwaltung ihre Dienststelle, allen bekannt der „Post-Müller“. Der Bürgermeister Johann Peiffer hatte hier seinen Amtssitz und in die freien Räume zog gleichfalls seine Familie mit ein (1897 bis 1905). Der Chefarzt des Herz-Jesu-Krankenhauses, Dr. Meinerzhagen, praktizierte in diesem Haus von 1953 bis 1961. Ihm folgte der Justizsekretär J. Heuser mit seiner Familie als „Schiedsmann“ der Gemeinde bis zum Dezember 1975. Das Haus blieb im Eigentum der Familie Kisseler und es folgten weitere Vermietungen.
Mit seiner ausgewogene Architektur und den Merkmalen des „Bergischen-Bau-und Fachwerkstils“ passt es in die Reihe der stattlichen Häuser der Hauptstraße.
Quellen und Recherche:
- Quellen:
- Dr. J. Gronewald, Lindlar Gebäude und Straßen, 1996
- Fotos:
- GAL Fotobestand ab 1975 Nr. 176, 189 -mit Pfeil-,
- Text: B. Braatz, 2026