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Nr. 086

Haus Biesenbach

Kirchplatz 4

  • Eines der ältesten Häuser in Lindlar
  • Zunächst Eigentum der Pfarrgemeinde
  • Wohnhaus des "Offermann", Küster der Kirche
  • Ab 1612 für einige Jahre Wohn- und Unterrichtsgebäude
  • Von 1840-1888 betrieb Küster Gustav Meyer eine Landwirtschaft, Bäckerei und Gastwirtschaft
  • Verkauf des Gebäudes 1894 an die Eheleute Engelbert
  • 1964 Verkauf an die Familie Biesenbach

Das Haus Biesenbach und seine Vorgänger zählen zu den ältesten Häusern in Lindlar. Lindlar, damals Lintlo, wird zum ersten Mal im Jahre 1109 erwähnt. In einer Urkunde ermäßigt der Erzbischof von Köln die Abgaben der Kirche St. Severinus an das Severinstift in Köln. In unmittelbarer Nähe, im Schutz der Kirche und des Friedhofs, waren auch der Fronhof, das Wohnhaus des Pfarrers, die Katen der Arbeitsleute und die Höfe der Bauern. Eines davon war Haus Biesenbach.  Dieses Haus war Eigentum der Pfarrgemeinde und erschien um 1500 mit der Bezeichnung „Haus des Offermanns om ungersten Iser“. Ein Gitterrost, „Eisen-“ oder Falltor in einer möglichen Wallanlage, (eine Mauer, ein Erdwall)  befanden sich hier zum Schutze der Kirche und des umliegenden Kirchdorfes. Der „Offermann“ war der Küster der Kirche. 

Als im Jahr 1612 die erste Schule in Lindlar gegründet wurde, wurden einige Räume des Hauses dem Lehrer und später dem Schulvikar als Wohn- und Unterrichtgebäude zugewiesen. 1656/57 wurde das „Kirchenhuß om ungersten Iser“ als „wüst“ bezeichnet und konnte nicht mehr für den Schulunterricht benutzt werden. Als aber 1665 die Pfarrgemeinde eine Schulvikarie gründete, wies sie dem Schulvikar das „Dormannsgut“ als Wohn- und Unterrichtshaus zu, welches 1831 dem heutigen Gebäude Platz machte. Gustav Meyer war hier von 1840-1888 als Küster tätig. Der Küster oder „Offermann“ übernahm die Wohnung im heutigen Haus Biesenbach, diente der Kirche, arbeitete nebenbei in seiner Landwirtschaft, betrieb eine Bäckerei und eine Gastwirtschaft. 

Er kaufte 1859 das Haus nebst Umlage von der Pfarrgemeinde. Nach der Renovierung des Hauses führte G. Meyer hier eine gut besuchte Gastwirtschaft.  In den Jahren 1877/78 wurde auch die Poststelle eingerichtet. Der „Postmüller“ im Gegensatz zum „Doktor Müller“, dem Sanitätsrat, führte die Post. 1894 wurde das Haus samt Umlage an die Eheleute Wilhelm und Rosa Engelbert verkauft. Sie hielten die Bäckerei und die Gastwirtschaft bei und diese ging in der Erbfolge an den Sohn. 

1964 wurde das Haus Eigentum der heutigen Besitzer, der Familie Biesenbach.

Quellen und Recherche:

  • Quellen:
  • Infos:
  • Dr. J. Gronewald Häuser und Straßen in Lindlar, 1996
  • Fotos:
  • GAL Fotobestand Übergröße Nr. 64 -Ausschnitt-
  • GAL Urkataster 1932
  • GAL Postkartenbestand Nrn. 42, 419
  • Text B. Braatz, 2025