Nr. 074
Gasthaus "Zur Helling"
Korbstraße 8
- Bereits Ende des 19. Jahrhundert ein Gasthaus
- 1913 übernahm Hubert Peffekoven (+1917)
- Ab 1932 Gast-und Schankwirtschaft seiner Witwe Maria, verheiratete Kessler
Das Schankrecht der Gaststätte geht bis auf das Jahr 1837 zurück. Im Adressbuch von 1838 wird ein Heinrich Peffekoven als Wirt benannt. Ab 1862 ist Johann Josef Peffekoven als Gastwirt und Bäcker bekannt. Hubert Peffekoven übernahm 1913 die Gastwirtschaft und erhielt die Schankkonzession, davor war bereits eine Erlaubnis im Jahr 1893 gegeben worden. Damals wurde außer der Bäckerei zusätzlich ein Lebensmittel- und ein Textilwarengeschäft betrieben. Hubert Peffekoven fiel 1917 im ersten Weltkrieg und Maria, seine Witwe, heiratete 1923 Otto Keßler.1932 stellte Maria einen Antrag auf eine Verlängerung der Schankkonzession.1946 wird von Maria Keßler in einem Testament die Konzession an ihre Tochter Erika weitergegeben. Erika ist die Mutter des heutigen Inhaber Stefan Reif.
Die Gaststätte wird im Volksmund auch „Im Deutz“ genannt. Für das Verständnis der Lindlarer war die Gastwirtschaft jenseits der Lennefe gelegen, also auf der „Schäl Sick“, analog zu Köln-Deutz über dem Rhein. Da die Gastwirtschaft gegenüber dem Bürgermeisteramt lag, war es Brauch, nach dem Gang zum Amt diese für eine „Nachbesprechung“ aufzusuchen.Hier fanden also aus Gewohnheit auch die „Nachsitzungen“ des Gemeinderates statt.
Der Sportverein TuS Lindlar hatte hier seinen Umkleide- und Waschraum in einem kleinen, extra dafür geschaffenen Raum eingerichtet.
Quellen und Recherche:
- Quellen:
- Infos:
- GAL Bestand II Nr. 113
- Fotos:
- GAL Postkartenbestand Nr. 67, 389
- GAL Fotobestand Großformat Nr. 43 -mit Pfeil-
- 2026, Doris Kisters
- Text: B. Braatz, 2026