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Nr. 053

Haus Pastor Rehbach, auch "Otto-Lob-Haus"

Im Otto-Lob-Winkel 1

  • Erbaut 1817/1818
  • Geburtshaus des Komponisten Otto Lob
  • Pfarrer Rehbach kauft das Haus in den 1920er Jahren
  • 1935 Verkauf an die Familie Breidenbach
  • Anbau einer Arkadenfront
  • Nutzung als Geschäftshaus

Dieses Haus hat seinen Namen von dem in Lindlar allgemein bekannten Komponisten und Dirigenten Otto Lob erhalten. Er wurde hier 1834 geboren. 

Seine Eltern hatten das Haus 1817/18 gebaut. Sein Vater war Kaufmann und Steinbruchbesitzer und nach der Fertigstellung des Hauses wurde geheiratet und eingezogen. Otto kam als 8. Kind 1834 zur Welt und besuchte die Elementarschule auf dem Dorf-Ufer und wechselte 1843 in das Schulgebäude in der Eichenhofstraße, die als „Alte Schule“ bekannt ist. 
Otto ging dann nach Kempen am Niederrhein studierte dort am Lehrerseminar und fand danach eine Anstellung als Lehrer in Brühl und nach 4 Jahren in Köln. Nebenbei textete und komponierte er bereits viele Karnevalslieder. 
1864 wanderte er nach Amerika aus. Dort gründete und dirigierte er in Chicago den ersten deutschen Männerchor. 

1865 wurde Abraham Lincoln ermordet und in Chicago aufgebahrt. Daraufhin versammelten sich zahlreiche deutschen Sänger, um einen imposanten Chor für die Trauerfeierlichkeiten zu bilden. Otto Lobs Musik- und Organisationstalent führte diese nächtliche Traueraufführung zu einem nachhaltigen Erfolg. Sein komponiertes und gesungenes Abschiedslied „Schlummere sanft in heil´ger Ruh“ machte einen nachhaltigen Eindruck auf Chicago und Nordamerika. 
Der Rat der Stadt Chicago sprach dem „weltbekannten Professor Otto Lob“ und den deutschen Sängern den Dank aus und Otto Lob gründete mit diesem Ruf den ersten rein deutschen Männergesangverein in den Staaten und viele weitere Gründungen folgten.

1884 kehrte er nach Heidelberg zurück, nahm sich dort seinen Altersruhesitz und komponierte, textete weitere Volks- und Studentenlieder bis zu seinem Tod im Jahre 1908.

Vater J. Lob verkaufte das Haus und der Besitz wechselte mehrfach. Es wurde als Geschäftshaus für Textilien, Kolonialwaren, Lebensmittel und sonstige Waren benutzt. 
Pfarrer W. Rehbach kaufte das Haus Anfang der 20iger Jahre und wirkte als Pfarrer in der Seelsorge in Lindlar. Zur Absicherung seiner Altersversorgung ging das Haus 1935 an die Katholische Pfarrgemeinde (Krankenhausfonds). Im Gegenzug wurde von der Krankenhausverwaltung eine Versorgung auf Lebenszeit garantiert. Die Haushälterin erhielt ebenfalls ein Wohnrecht.

1952 wurde das Haus von dem Krankenhausfonds an den Landwirt Josef Breidenbach verkauft. Das Haus lag im Mittelpunkt des Dorfes und mittlerweile war die Straße vor dem Haus zu einer Hauptverkehrsstraße geworden. J.Breidenbach baute deshalb das Haus im Erdgeschoss zurück und schuf damit für die Fußgänger eine Arkadenfront zur Straßenseite ein. Eine Apotheke zog in die Geschäftsräume im Erdgeschoss ein und weitere Geschäfte folgten.

Quellen und Recherche:

  • Quellen:
  • Infos:
  • Dr. J. Gronewald, Häuser und Straßen in Lindlar, 1996
  • Fotos:
  • GAL Fotos bis 1930 Nrn. 426, 428 aus der Sammlung von Ursula Homberg Nr. 152 + 220
  • GAL Fotos bis 1930 Nr. 427, GAL Postkarten Nr. 578 aus Diverse Sammlungen Nr. 37 (von Brigitte Bournot)
  • 2025, Doris Kisters
  • Text: B. Braatz, 2025