Nr. 032
032 Haus Kelleter, Bachstraße 2
Bachstraße 2
- Eines der ältesten gut erhaltenen Häuser aus dem 18. Jahrhundert
- Bürger- und Patrizierhaus
- Aufwändige Stockwerkbauweise im Fachwerk
Hier ist das massive Fachwerk des Hauses, mit einem Blick vom Hof auf das Patrizierhaus, zu erkennen.
Der Grund für den repräsentativen Nordeingang des Hauses war die Straßenführung; die Bachstraße war die ursprüngliche Hauptstraße vom Westzugang des Dorfes. Die Bachstraße hatte jedoch keinen festen Unterbau, so ließ der Bauherr eine kleine Strecke des Anfahrtsweges und die Vorfahrt zum Haus mit Schotter und Steinen ausbauen und befestigen.
Die Klienten mit ihren Kutschen und Pferden fuhren vor und wurden entsprechend durch den repräsentativen Eingang mit Fachwerkfassade, Eingangstreppe, grünen Schlagläden und einer Barockhaustür empfangen.
Es ist eines der ältesten, gut erhaltenen Häuser mit dem dendrologischen Nachweis der Entstehung von etwa 1776/77. Es ist ein ansehnliches Bürger-, Patrizierhaus, dessen Bauherr auch seinen Stand nach außen hinzeigte und auch in Person entsprach.
Interessant an diesem Haus ist die aufwändige Stockwerkbauweise im Fachwerk (hervorkragendes Obergeschoss), bisher war hier im Ort die Ständerbauweise üblich. Der „Bergische Baustil“, die klassische ausgewogene Architektur kamen nach der gründlichen Renovierung durch den heutigen Eigentümer 1989/1990 wieder zum Vorschein.
Der ursprüngliche Bauherr war der „Prokurator“ Johann M. Friederichs, der an den damaligen Landgerichten Lindlar, Wipperfürth und Kürten im Amt Steinbach als Rechtsanwalt eingetragen war.
Sein Sohn Josef D. Friederichs übernahm das Haus und wurde als Notar in Lindlar ab 1808 bekannt. Während der Napoleonischen Regierung führte er auch das Amt des Bürgermeisters bis 1813.
Das Haus als Wohnsitz blieb im Bestand der Familie und wechselte dann mehrfach die Besitzer bis der Schumacher Johann Offermann das Haus kaufte und eine gutgehende Gastwirtschaft für die bessere Gesellschaft aufbaute und führte.
Dieses Haus mit seiner erstaunlichen Geschichte ist heute wieder im Familienbesitz der Familie Kelleter.
Weitere Impressionen:
Quellen und Recherche:
- Quelle:
- Sammlung Professor Dr. J. Kelleter
- Fotos
- 2025, Eva Fielenbach, Doris Kisters
- GAL Fotos 1931-1974 Nr. 124
- GAL Fotos ab 1975 Nr. 668
- Text: B. Braatz, 2025