Nr. 005
Haus Oedekoven, Irlenbusch
Eichenhofstraße 9, 11
- massive Bruchsteingebäude aus Lindlarer Grauwacke
- Nr. 9 1865 von Wilhelm Oedekoven erbaut
- Nr. 11 Baujahr unbekannt, Gastwirtschaft und Wohnhaus
Beide Häuser sind massive Bruchsteingebäude vom Keller bis zum Satteldach in Lindlarer Grauwacke gemauert.
Ein Steinfries zwischen dem Erdgeschoss zum Obergeschoss und nochmals zum Dachstuhl lösen die Hausfront dekorativ auf. Die Fenster haben einen Bogen und sind Sprossenfenster
Das Haus Nr. 9 war von Wilhelm Oedekoven 1865 erbaut worden und anschließend an das Friedensgericht, spätere Amtsgericht Lindlar, vermietet worden. W. Oedekoven war Bäcker und Gastwirt, und wohnte im Haus Nr. 11 nebenan. Das Haus Nr. 11 war wenige Jahre später errichtet worden und wurde als Gastwirtschaft und Wohnhaus von Wilhelm Oedekoven geführt und danach von Hermann Joseph übernommen.
Der Friedensrichter P.J. Oedekoven hatte von 1865 bis 1867 im Haus Nr. 9 die Geschäftsstelle eingerichtet und Recht gesprochen. Infolge kamen weitere Richter bis zum Auszug des Gerichts in das neue Amtsgericht in der Pollerhofstraße. 1879 wurde aus dem Friedensrichter ein Amtsrichter und ein Amtsgericht aus dem Friedensgericht (Reichsjustizreform). Das Amtsgericht blieb in diesem Haus bis zum Jahr 1902. Danach hatte Otto Kessler über Jahre sein Uhrmachergeschäft im linken Erdgeschoß.
Vor dem Gang zum Amtsrichter wurde von den Klägern und Beklagten die Gastwirtschaft im Haus Nr. 11 gerne besucht. Auf ein Klingelzeichen aus dem Haus Nr. 9 ging man dann nebenan vor Gericht.
Der Sohn Arthur Oedekoven erbte Haus Nr. 9 und der Sohn Leo das Haus Nr. 11. Nach dem Auszug des Amtsgerichtes hatte Arthur ein Schreibwarengeschäft und mit seinem Bruder Leo hier eine Druckerei und einen Verlag eingerichtet. Beide waren als Journalisten die Herausgeber der Halbmonatszeitschrift “Bergischer Agent” und der liberalen Wochenschrift “Bergischer Türmer” ortbekannt.
Martha, die Tochter des Leo Oedekoven heiratete den Postboten Willi Irlenbusch und Elisabeth heiratete den Schmiedemeister K. Muthig. 1971 hatte W. Irlenbusch das Haus der Schwägerin Elisabeth Muthig erworben. In der späteren Erbfolge wurde das gesamte Eigentum an die Tochter Else Irlenbusch weitergegeen, die als Immobilienkmaklerin allseits bekannt war.
Weitere Impressionen:
Quellen und Recherche:
Infos:
- J. Gronewald, Häuser und Straßen in Lindlar, 1996
Foto:
- GAL Fotobestand ab 1975 Nr. 280 (Ausschnitt), 1987
- GAL Fotobestand Großformat Nr. 56
Text:
- B. Braatz, 2025