Gemeinde Lindlar
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Vergessene Steinbrüche

Wiederentdeckt von Helmut Schmal im Januar 2011

Rundwanderweg


Route: Vergessene Steinbrüche auf einer größeren Karte anzeigen

Kurzinfo

Routenlänge:
ca. 14 km
ca. 4 Stunden (ohne Einkehr)

Schwierigkeit:
normal
für Kinderwagen und
Rollstuhl nicht geeignet

Beschreibung und Karte:

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Tipps:
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Wegbeschreibung und vieles Wissenwertes

Vergessene Steinbrüche

Wiederentdeckt von Helmut Schmal im Januar 2011

Lindlar ist auch heute noch eine steinreiche Gemeinde, wenn auch die Tätigkeit in den einzelnen kleinen Betrieben nachgelassen hat. Sie konnten bei der Modernisierung nicht mithalten und haben ihre „Steinkuhlen“ geschlossen. Gab es früher unzählige kleine Steinbrüche, die überwiegend in privater Hand waren, sind es heute in Lindlar nur noch 3 große Betriebe, die mit schweren Geräten die Felsbrocken aus der Wand holen und in die Werkhallen fahren, wo Sie mit modernen großen Sägen auf gewünschte Platten geschnitten und für Stufen- oder Bodenplatten weiter verarbeitet werden. Auch für den Innenbereich werden Arbeitsplatten für den Küchen- oder Sanitärbereich in geschliffener oder polierter Qualität hergestellt. Trotz moderner Maschinen ist Handarbeit auch hier noch gefragt und nicht zu ersetzen.

Nach den 3 großen Betrieben gibt es noch einen „Einmann-Steinbruch“, der die Steingewinnung und Verarbeitung noch wie früher betreibt. Die kleineren Betriebe haben mittlerweile ihre „Steinkuhlen“ geschlossen. Zum Teil wurden sie mit Müll oder Erdaushub verfüllt. So sind viele Steinkuhlen und Steinbrüche in Vergessenheit geraten. Viele sind in den Jahren mit Bäumen und Sträuchern zugewachsen. Doch bei manchen sind ihre Spuren sichtbar geblieben und sind heute Zeugen der schweren und harten Arbeit der Steinbrucharbeiter.

Um die Arbeitsstätten unserer Vorfahren zu erkunden und die herrliche Gegend um Lindlar mit wunderschönen Landschaftsbildern der Natur zu genießen, beginnen wir unsere Wanderung auf dem Marktplatz bei LindlarTouristik. Hier befindet sich der „Steenkühlerbrunnen“, der eine typische Steinbrucharbeiterfamilie aus der damaligen Zeit darstellt.

Wir gehen über den Marktplatz Richtung Dr. Meinerzhagen Straße, überqueren diese beim REWE-Markt, gehen auf dem Bürgersteig nach links und biegen am zweiten Weg rechts ab und folgen der Beschilderung „Fußweg zur Jugendherberge“ (Treppe „Am Langen Hahn“, Kurve Schwalbenweg, biegen links in den Lerchenweg und nach 300 m Anstieg rechts die Stufen hoch und steil hinauf zur Jugendherberge). Oben angekommen führt unser Weg nach links (Jugendherberge rechter Hand) bis zum Kreisel an der L299. Vor dem Kreisel links befindet sich ein Parkplatz. Über diesen gehen wir vorbei an der steinernen Sitzgruppe weiter bis an den Wiesenrand. Von hier aus schauen wir ins Tal „Wolfsschlade“. Ca. 50 m links neben dem einzelnen Haus liegt ein mittelgroßer Fischteich. Diesem genau gegenüber befand sich der Steinbruch „Wolfsschlade“.

Es war ein Steinbruch, der ebenerdig, d. h. in gleicher Höhe der Straße in den Berg führte. Es war kein Steinbruch, der in die Tiefe ging. Am hinteren Ende befand sich die 15–20 m hohe Felsenwand. Der Abraum wurde seitlich abgekippt, was man zum Teil noch sehen kann.

Vor der Felsenwand wurden die schweren Felsbrocken mit Hammer und Meißel auf gewisse Maße vorgearbeitet, also Rohlinge für Pflaster- und Bordsteine, Mauerabdeckungen oder hammerrechte oder unbearbeitete Mauersteine. Dieser Beruf nannte sich „Kleinstößer“, wogegen die „Steinstößer“ die Felsen aus der Wand lösten und für den „Kleinstößer“ vorbereiteten. Manchmal wurden auch Sprengungen vorgenommen. Nach den Vorbereitungen durch den Schießmeister musste die Straße in beide Richtungen für die wenigen Fahrzeuge gesperrt werden. Zwei Arbeiter stellten sich auf die Straße und mit einer roten Fahne wurde der Verkehr zum Halten gebracht. Drei Töne aus einem Horn signalisierten „die Zündschnur brennt“, nach der Sprengung ertönte ein langer Ton „die Sprengaktion ist beendet“. Somit konnte der Verkehr wieder freigegeben werden.  

Da es im Steinbruch sehr eng war und die weitere Verarbeitung des Steins durch den Kipper kaum möglich war, hatte man einen Schienenstrang gelegt und zwar aus dem Steinbruch über die Straße zur gegenüberliegenden Seite. Hier wurden auf einem Platz die Steine für den Verkauf bearbeitet und ausgeliefert. Der Abfall aus der Bearbeitung wurde jeweils am Rande des Platzes abgeschüttet. So nahm der Platz langsam an Größe zu. Auch hier sieht man noch die alte Halde.

Ab wann hier gearbeitet wurde, ist nicht bekannt. 1845 wurde die L299, die heutige Straße von Lindlar nach Engelskirchen, als Steinstraße ausgebaut. Laut Chronik hat man aus diesem Steinbruch Material für den Unterbau der Straße geliefert, sei es Packlage oder Kleinmaterial.

Der damalige Besitzer ist nicht bekannt. 1930 kaufte der Lindlarer Steinbrucharbeiter Bruno Börsch den Betrieb. 1951/52 stellte man die Gewinnung ein. Die Firma Börsch wechselte ihre Arbeitsstätte und eröffnete einen neuen Betrieb auf dem Brungerst.

Der Steinbruch wurde mit Erdaushub der Tiefbaubetriebe verfüllt und geriet langsam in Vergessenheit. Leider sind von diesem Betrieb heute keine Bilder oder Fotos mehr vorhanden, nur die Erinnerung ist manchen noch geblieben. Der Platz, an dem die Steine ihre Fertigkeit erhielten, bot später vorbeiziehenden Sinti, Roma und Korbmachern einen kurzen Aufenthalt. 

Vom Parkplatz aus gelangen wir nun durch die Nutzung der vorhandenen Überquerungshilfe über die Straße. Hier finden wir eine Infotafel „Kreisverkehrsanlage Eichholz-Lindlar-Ost“ und eine einladende Sitzgruppe. Wir überqueren die L299 und biegen rechts in einen Wirtschaftsweg ein, welcher uns nach Horpe führt. An der Kreuzung angekommen steht ein Wegekreuz aus dem 18. Jahrhundert. Hier gehen wir links. Versteckt sind dort noch einige stillgelegte und vergessene „Steinkuhlen“.

Bei Hinterrübach werden noch heute Steine abgebaut. Links sehen wir ein unbepflanztes Grundstück „Im Dillensiefen“. Dort befand sich ein großer Steinbruch, der später mit Erdaushub der Tiefbaufirma Schiffarth verfüllt wurde. Wir sehen wieder: Lindlar ist steinreich!

Hinter der Unterführung der K19 biegen wir rechts ab, halten uns an der nun folgenden Gabelung wieder rechts und gehen bei leichter Steigung geradeaus in den Wald bis zu einem Querweg, dem wir nach links folgen. Nach etwa 100 m liegt gut sichtbar auf der rechten Seite ein weiterer Steinbruch.

Hermann Stiefelhagen aus Horpe hat hier ab 1950/51 die ersten rohen Bruchsteinplatten abgebaut. Sie wurden für Wege- und Terrassenbelag  benötigt. Man hatte noch nicht die Möglichkeit, Steine zu Platten zu schneiden. Aber die Nachfrage nach rohen, unbearbeiteten Platten war groß. Auch hammerrechte
Mauersteine (auch unbearbeitet), Bordsteine und Stufenplatten wurden hier hergestellt.

1960 übernahm sein Sohn Bruno Stiefelhagen den Steinbruch und wirkte hier bis zum Jahre 2004. Bruno selbst verlegte seine Stufen- und Terrassenplatten aus seinem Steinbruch fachgerecht bei seinen Kunden. Auch Stützmauern und Verblendmauerwerk verlegte er meisterhaft. Doch jetzt ruht der Steinbruch, genau wie der Bruch gegenüber an der linken Seite des Weges. Hier arbeitete Paul Sawatzki aus Weyer als Steinbrucharbeiter. Aus Krankheitsgründen musste er seine Tätigkeit in den 70er Jahren einstellen und der Steinbruch verwilderte. Bei genauerem Hinschauen erkennt man noch einige Merkmale aus vergangener Zeit.

Wir gehen weiter auf dem Wanderweg und nach 150 m befindet sich rechts der Steinbruch von Hermann Börsch. Er besaß einen Steinbruch in Hinterrübach, den er an die Gemeinde Lindlar verkaufte. Hier entstand die zweite Mülldeponie der Gemeinde Lindlar. An der ersten kommen wir später noch vorbei. Hermann Börsch arbeitete damals neben dem Steinbruch von Bruno Stiefelhagen. Der Steinbruch Börsch ist ebenfalls zugewachsen und verwildert. Vermutlich wurde auch hier die Arbeit in den 70er Jahren eingestellt.

Unser Wanderweg führt uns weiter bis zum Ende des Waldes. Dann gehen wir nach rechts am Waldrand vorbei und folgen der Markierung X. Links befindet sich der Industriepark Klause (Einkehrmöglichkeit: Bistro/Restaurant Outback und Grillstation Klauser Alm – bitte Öffnungszeiten beachten!). Nach kurzer Wanderstrecke entlang des Industrieparks Klause öffnet sich uns ein herrlicher Blick über den Weiler Horpe, auf den Bergrücken von Remshagen sowie die ökumenische Schöpfungskapelle Remshagen, die jüngste Kapelle Lindlars. Über die Horpestraße würden wir nach Remshagen gelangen, von hier aus nicht sichtbar.

Am Ortseingang von Remshagen links befand sich der Steinbruch der Gebrüder Flocke und am Ortsende links der Betrieb der Firma Franz Lob. Weitere Steinbrüche befinden sich über den Berg bis ins Felsental/Leppetal. Von dort den Berg hoch bis Berghausen/Würden nur Steinbrüche, leider sind alle stillgelegt und zum Teil verfüllt. Dies soll eine Darstellung sein, um die Vielfalt der Steinbrüche zu zeigen, für unsere Wanderung ist diese Route jedoch zu weitläufig. Darum gehen wir weiter leicht bergab unter der Unterführung der K19 hindurch in den Ort Horpe, überqueren die Horpestraße und gehen weiter durchs Horpetal. Horpe bedeutet „Sumpfboden“. In Horpe steht ein Wegekreuz von 1668. Übrigens sind alle Wegekreuze aus Lindlarer Grauwacke.

Am Ortsausgang rechts in der Wiese entspringt der Horpebach und fließt durch das Horpetal und mündet in Engelskirchen in die Agger. Der Horpebach war früher Wasserlieferant für Horpe und Eichholz. Weiter geht es am Bach entlang und wir kommen rechts an 3 kleinen Fischteichen vorbei, die alle in privater Hand sind. Nach ca. 200 m steht links ein schmuckes Fischerhaus mit 2 größeren Teichen, die vom Horpebach mit Wasser versorgt werden.

Am Ende des letzten Teiches führt links auch ein Weg nach Remshagen, über welchen in den zwanziger Jahren und auch später die Steinbrucharbeiter von Altenrath, Bolzenbach und Schümmerich nach Remshagen oder ins Felsental zur Arbeit in die dortigen Steinbrüche gingen. Sie hatten einen langen Weg bis zu ihrer Arbeitsstätte. Der Weg, der halblinks am Bach entlang führt, war vor 1846 die Hauptverbindung nach Engelskirchen.

Unser Weg geht geradeaus leicht ansteigend und wir gelangen nach ca. 150 m  auf die L299, die in den Jahren um 1845 gebaut wurde. Alles wurde damals mit Pferd und Wagen transportiert. So war es eine Erleichterung für Pferd und Wagen, als die Straße – wie schon erwähnt - als „Steinstraße“ gebaut wurde.

Variante bei Einkehr - Unser Weg führt scharf rechts hoch zum Ortsschild Eichholz. Wenn wir an der Straße ca. 300 m nach rechts gehen finden wir eine Einkehrmöglichkeit bei „Ufer’s Bergischer Stube“ Achtung: Öffnungszeiten beachten.

Aber unser Weg führt uns ca. 100 m nach links an der Straßenseite entlang und wir biegen dann rechts ab (Markierung L-Weg) und sehen nach kurzem Anstieg rechter Hand kleinere und größere Halden aus unbrauchbarem Steinmaterial. Diese stammen aus den dahinter liegenden „Steinkuhlen“ die noch vorhanden, aber schwer zu erreichen sind. Am linken Wegesrand fällt das Gelände steil ab. Betrachten wir den oberen Rand der Kante, so sehen wir hier noch größere Felsbrocken des ehemaligen Steinbruchs, der von hier oben ca. 30 – 40 m in die Tiefe ging. Er lag direkt an der L299 und war mit Winkeleisen abgesichert, denn von der Straßenkante ging es fast 10-15 m steil bergab in die Tiefe. Von der tiefsten Stelle aus führte ein Tunnel unter der Straße durch zur anderen Seite, wo Abfallmaterial aus dem Steinbruch mit Loren und Kippwagen über Schienen transportiert und dort entsorgt bzw. abgeladen wurden.

Die gestoßenen, bzw. vorgearbeiteten Rohlinge wurden mit einer Seilwinde nach oben gezogen, auch mit Loren über Schienen, und dann auf einem gesonderten Platz fertig bearbeitet. 1845 wurden auch von hier aus Steine für den Straßenbau geliefert wie z. B. hammerrechte Bruchsteine, Bord- und Pflastersteine usw.. Die Winde wurde durch einen Diesel- oder Benzinmotor angetrieben, da kein Stromanschluss vorhanden war.

Wie in jedem Steinbruch so befand sich auch hier eine Schmiede, in der der Schmied für scharfes Werkzeug sorgte. Die Feldschmiede stand an der anderen Straßenseite und die Esse wurde mit dem Fuß betätigt, da auch hier kein Strom vorhanden war. Der Besitzer dieses Steinbruchs war die Firma Dörrenberg aus Ründeroth.

1924 mietete Josef Grünhagen aus Frielingsdorf den Steinbruch. Im Dezember 1939 musste der Betrieb laut Berufsgenossenschaft wegen gefährlichen Steinschlags geschlossen werden, denn die Arbeitsstätte für die Arbeiter war sehr klein und die Unfallgefahr sehr groß. Nach dem Krieg wurde der Steinbruch als erste Müllkippe der Gemeinde genutzt, später mit Erdreich abgedeckt und anschließend mit Bäumen bepflanzt.

Josef Grünhagen ging 1941 nach Würden bei Berghausen und arbeitete dort im Steinbruch, den er erworben hatte. Später übernahm sein Schwiegersohn Willi Althoff diesen Betrieb und war dort bis 1994 tätig.   

Dies war eine Kurzgeschichte über die Steinbrüche in der Horpe, wie sie früher genannt wurden. Sie gehören, wie so viele andere auch, der Vergangenheit an.

Von unserem Standpunkt aus in westlicher Richtung befindet sich auf der anderen Seite oberhalb von Altenrath die Kellersheide. Würde man einen Tunnel graben vom Steinbruch in der Horpe bis zur Kellersheide, müsste man durch dieses 380 Millionen Jahre alte Sedimentgestein, die Grauwacke, hindurch, denn in diesem Berg vermutet man noch viel Grauwacke, die allerdings verborgen bleibt.

Wir gehen nun rechts weiter (Markierung L-Weg) leicht bergauf und kommen auf die Burger Straße. Hier gehen wir entweder links Richtung Burg bis zur Marienkapelle * oder die nachstehende Variante (Dauer 20 Minuten) nach rechts, bis die Weide an der linken Seite endet. An der Ruhebank, die von den Familien Schmal und Jansen gestiftet und errichtet wurde, finden wir den Hinweis: „Maach ens Paus on jank ens Dell“ (Mach mal Pause und setz Dich hin). Genießen Sie die Aussicht ins Oberbergische: z. B. metabolon Kegel 346 m hoch. Bei der Bank gehen wir links am Wiesenrand entlang leicht bergauf und nach ca. 40 m geradeaus in den Wald (ohne Weg!). Nach 20 Metern rechts stehen wir vor einem gelben Stacheldraht, der den Steinbruch Kellersheide absichert. Bitte nicht hinter den Zaun treten! Lebensgefahr! In diesem Steinbruch (derzeitiger Besitzer: Basalt AG, Linz) wurde noch bis ca. 1900 gearbeitet. Alte Dokumente erwähnen, dass hier Steine zu Schotter oder Split geschlagen und für den Wegebau der Gemeinde Lindlar und Umgebung gebraucht wurden.

Nun gehen wir wieder zurück Richtung Burg bis zur Marienkapelle, * die um 1954 von der Familie Heller in Burg gebaut wurde. Vor der Kapelle biegen wir nach rechts ab und am eisernen Strommasten sehen wir nach links in eine Mulde hinein. Dort befindet sich auch ein alter Steinbruch, zugewachsen mit Bäumen und Sträuchern. Er ist nur von unten her zugänglich.

Nach kurzer Strecke liegt rechts ein verlassener Steinbruch vor uns, in dem nur ca. 20 Jahre Steine abgebaut wurden. Jetzt befindet sich hier ein Wildgehege für Dammwild. Nach kurzem steilem Aufstieg kommen wir auf einen breiten, nicht asphaltierten Weg. Hier steht ein Hochkreuz, welches die Geschwister Wurtscheid von der Burg 1911 errichten ließen. Es lohnt sich, hier auf der Ruhebank eine Pause einzulegen, um auf unser 900 Jahre altes Lindlar zu schauen und die Blicke über die wunderschöne Landschaft bis weit in andere Gemeinden schweifen zu lassen. Hier wird es sichtbar:

„Wo liebliche Berge, umwaldete Höh’n

Herab auf grünende Täler seh’n

Wo Bäche rauschen, die Nachtigall singt,

Über Ruinen und Burgen die Sage erklingt;

Wo tausendjährig die Eiben steh’n:

Liegt Lindlar im Herzen der bergischen Höh’n“

(Verfasser unbekannt).

Über den Höhenweg wandern wir weiter nach links (Aussichten: Süden: Aggertal, Schimmelhan mit großem und kleinem Heckberg; Westen/Norden: WDR-Sendemast, Rochuskapelle Kemmerich vor Bauernhof, rechts hinten Osten: Gewerbegebiet Klause, Eichholz, unten: Altenrath, oberhalb Jugendherberge im Wald)bis zur zweiten Bank auf der rechten Seite, aber immer mit dem Blick über das schöne Land zur Rechten. Im Hintergrund sehen wir den Hausberg von Lindlar, den Brungerst, 354 m üNN, wo die ersten Steine abgebaut wurden. 1633 wurde erstmals urkundlich erwähnt, dass in Lindlar gute Steine gefunden wurden, die zum Bau von Häusern, Kirchen, Burgen usw. geeignet sind.

Jetzt befinden sich dort noch drei Werksteinbetriebe, welche die Steine mit modernsten Maschinen bearbeiten. Von einem der Betriebe ging 2011 z. B. eine große Lieferung zum Gelände der BUGA in Koblenz. Doch ganz ohne Handarbeit geht es auch heute in den Betrieben nicht.

An der Bank geht es rechts bergab kurz dem A3 folgend Richtung Unterschümmerich. Zwischen Ober- und Unterschümmerich sehen wir noch Reste von kleineren Steinbrüchen an der rechten Seite. Doch wir biegen nach ca. 200 m nach links ab auf einen Wanderweg „Zum Kalkfeld“ an Oberschümmerich vorbei bis zu einem Waldstück.

Hinter der nächsten Gabelung befindet sich der Steinbruch von Hans Josef Fischer, ein Einmannbetrieb (Film hierzu: „Stein ist Leben“ von Werner Kubny erhältlich bei LindlarTouristik:) Herr Fischer arbeitet hier noch wie in alten Zeiten. Er ist „Abräumer“, d.h. er muss den Felsen freilegen. Zugleich ist er „Steinstößer“, d. h. er muss den Stein aus der Felsenwand mit Hacke und Brechstange lösen, um ihn dann zu Mauersteinen, Abdeckungen oder Bordsteinen vorzubereiten. Er ist „Kipper“, d. h. er muss dem Stein die gewünschte Form geben. Mit Hammer, Sprengeisen sowie dem Kipphammer geht Hans Josef Fischer ans Werk. Wenn der Wanderer Glück hat, trifft er Hans Josef Fischer bei seiner schweren Arbeit an. Der Besucher wird sich wundern, wie ein Stein durch Stoßen oder Spalten seine Form annimmt. In den „Vergessenen Steinbrüchen“ wurde dieser Arbeitsgang überall angewandt. Heute werden in den drei Großbetrieben in Lindlar die Steine teilweise mit modernen Maschinen bearbeitet, jedoch ist Handarbeit auch heute noch unentbehrlich. Wir sind Hans Josef Fischer dankbar, dass er dem Wanderer oder Besucher die alte Arbeitsweise noch vorführen kann.

DANKE!

Zurück aus dem Steinbruch, der zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, - erreichen wir eine Bildtafel „Lebensraum Steinbruch“. Diese zeigt uns die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt des Steinbruchs, z. B. Geburtshelferkröte. Unser Weg führt weiter nach links, rechts, 20 m links und dann immer geradeaus.

Jetzt können wir folgende Abkürzung nehmen: geradeaus über einen Fußweg steil bergab nach Bolzenbach bis zu dem breiten Weg. Hier gehen wir rechts unterhalb der Häuser entlang bis nach ca. 300 m ein Weg nach links abbiegt und uns über eine Brücke (Voßbrucher Bach) führt. Bergauf gehen wir auf die Voßbrucher Str. und dann nach links bis zur markanten Lindenbaumgruppe mit Wegekreuz - alternative Wegbeschreibung siehe unten ab Wegekreuz)

- am Hochspannungsmasten vorbei bis zur „Tenne“. Hier befindet sich ein „Bierpark“ (Einkehrmöglichkeit – Öffnungszeiten beachten!). Über den Parkplatz links Richtung Ausfahrt gelangen wir auf die Holzer Straße, die Richtung Segelflugplatz führt. Um dort einen verlassenen und vergessenen Steinbruch zu sehen, gehen wir links und entdecken nach ca. 30 m links am Wiesenrand noch eine Stützmauer oder Rampe, die aus Natursteinen errichtet wurde. Sie diente der Verladung. Rechts neben der Mauer befindet sich der Steinbruch, ein Einschnitt in den Berg. Wie bei jedem Steinbruch sind auch hier große Abfallhalden sichtbar.

Unsere Wanderung „Vergessene Steinbrüche“ geht nun dem Ende entgegen. Es gibt weitere, die jedoch nicht an dieser Strecke liegen. Auch hierüber könnte man noch viel erzählen.

Wir gehen die Holzer Straße zurück, und biegen rechts in die erste Straße Voßbruch ein und folgen dieser geradeaus bis ungefähr zum Ende der Bebauung. Kurz bevor die Asphaltierung aufhört, verlassen wir die Straße nach links abwärts auf einem schmalen Fußweg, überqueren den Voßbrucher Bach und erreichen nach einem kurzen Aufstieg durch die Wiese die „Voßbrucher Str.“. Hier halten wir uns rechts bis zu der markanten Lindenbaumgruppe mit Wegekreuz. Hier biegen wir links  ab und folgen dem „Johannesweg“ hinunter bis zum Sportgelände/Eingang Freizeitpark/Schießstand und orientieren uns dort nach rechts zurück in den Ortskern zum Ausgangspunkt bei LindlarTouristik am Marktplatz.

August 2011
 
Gemeinde Lindlar · Borromäusstraße 1 · 51789 Lindlar · Tel. 02266/96-0 · Fax 02266/8867 · Kontakt

Einkehrmöglichkeiten

Altes Amtshaus
Am Marktplatz 1

Telefon 02266 464646

Ruhetag
Mittwoch

oder

Lindenhof
Griechische Spezialitäten

Hauptstraße 11
Ecke Eichenhofstraße
51789 Lindlar

Telefon 02266 2526

Ruhetag
Dienstag

oder

Restaurant
"Haus Biesenbach"
Kirchplatz 4
51789 Lindlar
Telefon: 02266 8315
E-Mail:  
restaurantbiesenbach@
freenet.de

Internet:
www.restaurant-biesenbach.de

Ruhetag
Montag

 

 

Ufer's "Bergische Stube"
Engelskirchener
Straße 2
51789 Lindlar-Eichholz
Telefon 02266 6835

Montag Ruhetag

E-Mail: ufer@berg.net
Internet:
www.bergische-stube.de

Die Tenne
Voßbruch 34 b
51789 Lindlar
Telefon 02266 7827
oder 45200

Öffnungszeiten:
Wochenende und
Feiertage

    

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