Gemeinde Lindlar
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Der historische Steinhauerpfad

Rundwanderweg


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Kurzinfo

Routenlänge:
ca. 6 km
ca. 1,5 Stunden

Schwierigkeit:
normal
für Kinderwagen und
Rollstuhl nicht geeignet

Ausschilderung:
A2 und halbes Wagenrad

In der näheren Umgebung:
Freizeitpark
Parkbad Lindlar
Waldspielplatz
Freilichtmuseum

Tipps:
Besuch Freilichtmuseum Wanderweg M1
Besuch im Schwimmbad "Parkbad"
Mitten in Lindlar - ein idyllischer Rundgang Wanderweg M3

 

Wegbeschreibung

Der historische Steinhauerpfad

 

Bau des Lindlarer Bahnhofs

Wir starten auf dem Marktplatz am „Steenkühlerbrunnen“. Der Brunnen ist ein Denkmal an die Steinhauertradition in Lindlar, der wir auf dieser Wanderung noch näher kommen werden. Wir starten in Richtung der Kirche St. Severin und gehen die Hauptstraße hinunter. Wir biegen in die Straße gegenüber dem Spielwarenladen ein und gelangen, leicht links gewendet, weiter in die Kamperstraße. Am Stra-ßenende angekommen, biegen wir links ab und folgen der Straße ein kurzes Stück. Wir nehmen die zweite Straße, die nach rechts abbiegt. Es ist die Bahnhofsstraße an deren Ende wir an den alten Bahnhof gelangen. Dieser wurde 1912 errichtet (Foto). Von 1912 bis 1967 fuhr die Eisenbahn von Bergisch Gladbach über Immekeppel bis nach Lindlar. Befördert wurden Personen und Güter, wie die Lindlarer Grauwa-cke, das 380 Mio. Jahre alte Sedimentgestein, das in den oberhalb liegenden Steinbrüchen abgebaut wird. Durch die Verlagerung des Verkehrs auf die Straße wurde der Bahnverkehr in den 60er Jahren unwirtschaftlich.

Bremsbahn am Bahnhof

Am Ende der Bahnhofstraße folgen wir einem schmalen Pfad nach rechts hinauf. Wir überque-ren die Straße und folgen ihr nach links weiter. Zu unserer rechten Seite blicken wir auf den Brungerst (347 mNN). Noch heute wird an die-sem Berg in drei Betrieben das Sedimentgestein Grauwacke abgebaut und verarbeitet. Zur Zeit des Bahnverkehrs verband eine Bremsbahn (Foto) die Steinbrüche mit dem Bahnhof. So konnte die Grauwacke auf schnellstem Wege transportiert werden. Heute ist die Bremsbahn nicht mehr erkennbar. Sie ist über die Jahre hinweg zugewachsen. Wir biegen nach rechts in eine kleinere Straße ein und gelangen nach ein paar Metern auf einen Waldweg. Von hier haben wir eine herrliche Sicht weit über die Grenzen Lindlars hinaus. Am Ende des Weges halten wir uns rechts. Über den Wanderweg A2 gelangen wir nach ca. 800 m an eine kleine Treppe, die nach rechts in ein ehemaliges Grauwackeabbaugebiet führt. Es geht es auf schmalen Pfaden durch alte Steinkuhlen, die vor mehr als hundert Jahren entstanden sind. Hier und da finden wir am Weg noch die Arbeiterhütten, die mittlerweile von der Natur zurückerobert wurden.

Wir folgen dem Zeichen der „Straße der Arbeit“ (halbes Wagenrad). Nach einem längeren Weg durch das ehemalige Abbaugebiet gelangen wir an eine Straße. An dieser befinden sich zwei Steinbruchbetriebe und wir können vom Weg aus einen Blick in das Abbaugebiet werfen. Wir folgen der Straße ein kurzes Stück bergabwärts und biegen dann in eine kleine Seitenstraße nach links ab. Nach 200 m ge-langen wir rechts auf einen Waldweg. Wir wan-dern ein kurzes Stück bergab, bevor wir links abbiegen. Am Ende des Waldweges halten wir uns rechts und gelangen über den A2 zurück in den Ort.

Wir durchqueren den Lindlarer Friedhof. Hier befindet sich auch ein altes Mausoleum, das aus Grauwacke gefertigt wurde.

Dem Hauptweg des Friedhofs folgend, gelangen wir zurück in den Ortskern und somit zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Aus Grauwacke, einer Sandsteinart, die sich vor 380 Millionen Jahren bildete, besteht auch der Pfeiler der Brunnenanlage von 1845. Hier holten alle aus dem Ortskern Lindlars ihr Wasser, bevor jedes Haus seinen eigenen Wasseranschluss erhielt.

 

 

Der Begriff Steinhauer kommt erstmals 1687 in den Kirchenbüchern vor. Kunstvolle Denkmäler aus Grauwacke, darunter ein Grabstein von 1773, gibt es an St. Severin auf dem einstigen Kirchhof zu entdecken.

Auf dem Steinhauerpfad lässt sich seit 1977 erkunden, wie in dem weitläufigen Steinbruch­gebiet Brungerst, das sich nördlich von Lindlar erstreckt, in früheren Zeiten die Steinhauer Grauwacke gewannen. Jeder, der dort eine Parzelle besaß, grub sich in den Berg hinein, um den Sandstein zutage zu fördern; unzählige Steinkuhlen entstanden.

Die Zurichtung der Grauwacke zu Platten, Mauer- oder Pflaster­steinen erfolgte vor Ort in einfachen Arbeits-hütten, die zwischenzeitlich bis auf wenige Fundamentreste verfallen sind. Nach 1900 wurden viele kleine Steinbrüche aufgekauft und zu größeren zusammen­geschlossen. Der Grauwacke-­Abbau lockte Ausflügler bereits um 1930 zum Brungerst.

Das Denkmal der Versöhnung, 2005 in polierter Grauwacke nach Entwurf des Künstlers Horst Eicker von Steinmetz Gottfried Mauksch gefertigt, führt die Tradition der Wegekreuze fort. Gewidmet ist es dem amerikanischen Soldaten Victor S. Rutkowski, dessen Spur sich 1944 in Lindlar verliert.

Vom Brungerst aus bietet sich dieser malerische Blick auf Lindlar: Saftige Wiesen, baumgesäumte Bachläufe und bewaldete Anhöhen prägen die Landschaft, die reichlich Grauwacke birgt.

Es weist eine dreizonige Gliederung auf: oben ein Kreuz, in der Mitte eine betende Frauengestalt, unten eine Inschrift-Tafel zur Entstehungsgeschichte. Sie lautet:
„A[NN]O 1761 DEN 27 MAY HATT DER VND DIE IHRSAME BEYDE E[HE]L[EUT] STEPHANVS FINCK VND ANNA GIRDRVTH F[I]NCKS GEB. MARKELS ZV EHRE GOTTES AUFF GERICHT DIESSEN FVS FALL“ und „VW“, wohl die Steinmetz-Initialen. „Erneuert von J. Brochhagen 1892“, heißt es auf der rechten Seite des Sockels.

1913 entwarf der Architekt Heinrich Kiefer aus Gummersbach dieses schmucke Haus als Bürogebäude der Basalt AG Linz. Ihr Grauwacke-betrieb am Brungerst profitierte von der Eisenbahnerschließung Lindlars durch das Sülztal seit 1912 und florierte.

Das St.-Apollinaris-Wegekreuz trägt die kunstvoll eingefasste Stifter-Inschrift:
„DIESES KREUZ HAT GEMAGT UND ERRICHT STEINHAUERMEISTER LEONARD STEINBACH UND SEINE EHE- FRAU SIEBILLA CATHARINA STEINBACHS GEBOHREN FELT- HOFS AM 25[S]TEN AUG. 1820“.

Die Alte Schule von 1843 besteht aus Grauwackemauerwerk. Das vielfältige Farbspektrum des Gesteins von Gelb- über Rot-, Blau-, Grün- und Brauntöne lässt sich hier betrachten. Das Gebäude beherbergt seit Ende der 1980er Jahre Gemeindebücherei und Ratssaal.

Mit der Holzskulptur Bessemsbenger von 1984 schuf Alt-Bürgermeister Josef Bosbach (1904–1993) jenen Lindlarern ein Denkmal, die einst im Winter aus Reisig mühevoll Besen banden. Mit dieser Beschäftigung überbrückten sie die Zeit, in der die Arbeit im Steinbruch und auf dem Acker ruhte.

 
Gemeinde Lindlar · Borromäusstraße 1 · 51789 Lindlar · Tel. 02266/96-0 · Fax 02266/8867 · Kontakt

Einkehrmöglichkeiten

Altes Amtshaus
Am Marktplatz 1

Telefon 02266 464646

Ruhetag
Mittwoch

 

 

Lindenhof
Griechische Spezialitäten

Hauptstraße 11
Ecke Eichenhofstraße
51789 Lindlar

Telefon 02266 2526

Ruhetag
Dienstag

 

 

Restaurant
"Haus Biesenbach"
Kirchplatz 4
51789 Lindlar
Telefon: 02266 8315
E-Mail:  
restaurantbiesenbach@
freenet.de

Internet:
www.restaurant-biesenbach.de

Ruhetag
Montag

 

 

Steinbruch-Führungen

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