Lindlar und seine fünf Kirchdörfer vermitteln mit seinen sehenswerten Kirchen und dem Kranz der Kapellen, die die Gemeinde umgeben, Einblicke in die Vergangenheit.
Sie sind Ziele für Einkehr und Besinnung, aber auch architektonische Kleinode.
Die heutige Pfarrkirche entstammt dem 12. Jahrhundert. Das Kirchenschiff war durch Pfeiler in ein Mittelschiff mit Satteldach und zwei Seitenschiffen getrennt. Der Turm stand in direkter Verbindung mit der Kirchenhalle.
Im Jahre 1582 lesen wir von einer Reparatur am Turm, wobei ein Teil des Turmes abgebrochen wurde. Der gesamte Turm brannte am 16. Dezember 1626 aus und zerstörte die Glocken. Ebenso wurden 1682 größere Turmreparaturen vorgenommen. 1785 erhielt der Turm sein geschweiftes Dach mit offener achtseitiger Laterne und hoher schlanker Haube.
Der zweitälteste Teil der Kirche ist das Chor mit dem anschließenden Mauerwerk. Es wurde zwischen den Jahren 1495 und 1500 erbaut. Am 1. April 1826 wurde die alte Kirchenhalle zwischen Turm und Chor abgebrochen. Es entstand die heutige Halle in einfacher, aber solider Ausführung. Als diese Halle fertiggestellt war, erklärte der Preußische Staat, die Kosten müssten alle Pfarreingesessenen tragen, was dann auch die Veranlassung wurde für die lateinischen Inschriften über dem Nord-/Südportal, deren Chronogramm die Jahreszahl 1826 festhält.
Die heutige Sakristei mit einem kleinen Unterrichtszimmer im Obergeschoss wurde 1934 gebaut.
Im Turm hängt von dem alten 1627 in Lindlar durch den Glockengießer Johann Helling in Lindlar selbst gegossene Geläute nur noch die Marienglocke, die das Fronhofsgeding einläutete und daher „Dingglocke“ hieß.
Im Türmchen des Chores hing seit 1500 eine kleine Glocke auch „Messschelle“ genannt. Sie wurde 1500 wahrscheinlich durch einen Kölner Glockengießer angefertigt. 1951 wurde sie in das neue Türmchen auf dem Dache untergebracht. Im 2. Weltkrieg wäre sie beinahe eingeschmolzen worden, hätten nicht beherzte Männer dies durch Umtausch gegen eine gleichschwere aber moderne Glocke verhindert.
Die evangelische Kirche wurde im Jahre 1956 erbaut. Die Halle in Form einer dreiteiligen Ellipse sowie der markante Säulenturm beeindrucken.
Das Gebäude steht seit 1989 unter Denkmalschutz.
Im Jahr 1990 wurde der Turm, der aus "Grauwacke" bestand, abgerissen und mit einem anderen Naturstein wieder erneuert.
Anmerkung:
"Grauwacke" ist ein Sedimentsgestein (es wird in Lindlar abgebaut) und ist nicht frostunschädlich, d. h. es ist porös und wasserdurchlässig. Die Eisenarmierungen in der Säule drohten zu rosten und so Bestand dieerhebliche Einsturzgefahr. Aus Vorsichtsmaßnahme wurde der Turm von der Grauwacke "befreit".
Die ursprüngliche Kirche, eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit mittlerer Apsis aus dem 12. Jahrhundert wurde 1835 mit Ausnahme des Westturmes abgebrochen und durch eine neue Kirche auf den alten Fundamenten ersetzt. Das heutige, klassizistische Langhaus hat mithin die gleichen Ausmaße, wie die mittelalterliche Anlage.
Im Turm aus dem 12. Jahrhundert hängen drei Glocken von 1474, 1627 und 1673. Im Innern sind die Kanzel (17. Jahrhundert), ein Kruzifix (15. Jahrhundert), eine Statue und ein Vesperbild (beide 18. Jahrhundert) sehenswert. Der Kronleuchter in der Taufkapelle stammt aus der Zeit von 1782.
Auf Bitten der Bewohner "...wegen zu weiter Entfernung der Pfarrkirche Lindlar und beschwerlicher Wege..." genehmigte die Düsseldorfer Regierung am 5. September 1796 in Frielingsdorf den Bau einer Kapelle.
Die kirchliche Genehmigung zum Kapellenbau erfolgte am 26. April 1797. Die Kapelle war aber bereits an der gleichen Stelle, wo jetzt die Kirche steht, entstanden. Pastor Potthoff von Lindlar vollzog die Einweihung am 3. Mai 1797. Im Laufe der Zeit war das mit Stroh gedeckte Kapellchen so angefault, dass man seinem Einsturz mit banger Erwartung entgegensah.
Eine neue Kirche war notwendig geworden. 1848 wurde der Neubau der zweiten Kirche durchgeführt. Am 29. März 1897 wurde der Turm durch Blitzschlag und Brand zerstört. Der neue Turm wurde 1927 durch Blitzschlag und Brand zerstört. Der neue Turm wurde 1927 soweit wie möglich aus den Steinen des alten Turms erbaut.
Am 2. Weihnachtstage 1926 stürzte während des Hochamtes ein Teil der Decke ein. Aus diesem Grunde und weil der Kirchenraum nicht mehr für die stark angewachsene Gemeinde genügte, wurde der Neubau der Kirche erforderlich. Der Grundstein zur heutigen Kirche wurde am 29. Juni 1927 gelegt und in der Folgezeit nach den Plänen von Professor Dominikus Böhm erbaut. Aus freiwilligen Mitteln wurden im Laufe der Jahre die Verschönerungen durchgeführt: 8 Kirchenfenster im Schiff, ein neues Chorfenster, 25 große Kirchbänke, Ausbau der Nothelferkapelle, Krippenfiguren, Reparatur der Orgel und ein neuer Kreuzweg.
Die Kirche ist nicht nur architektonisch sehens-, sondern auch akustisch hörenswert.
Wann die Kapelle errichtet wurde, steht nicht fest. Einen Hinweis bringt der Liber pastoralis von 1705. Unter dem 5. Februar steht verzeichnet: Fest der hl. Agatha. Dieses wird in der Kapelle der hl. Luzia an der Klausen gehalten. Pastor Jousten fügte hinzu: „Dasselbe Fest wird nunmehr an der Kapelle der hl. Agatha in Süng gefeiert, weil sie renoviert ist.“ Daher nimmt man an, dass die Kapelle mindestens vor 1700 ereichtet wurde.
Wahrscheinlich wurde kurz vor 1799 an die Stelle der alten Kapelle eine neue, größere gesetzt. Bereits 1821 wurde an deren Stelle wieder ein Neubau errichtet. 1830 wurde an diesen ein neues Chor angebaut, darüber ein Glockentürmchen angebracht und das frühere Strohdach in ein Schieferdach umgeändert. Im Jahre 1874 wurden an der Kapelle umfangreiche Bauten vorgenommen. Dennoch blieben die Verhältnisse untragbar: Der Fußboden lag unter dem Erdniveau, so dass Regen und Schnee eindringen konnten. Außerdem war der Grundstein für eine neue Kirche gelegt und am 27. September 1914 erfolgte die kirchliche Einsegnung dieser neuromanischen Basilika.
Im Jahre 2008 erfolgten Erneuerung des kompletten Kircheninnenraumes.
Im Sommer 2009 begannen die Arbeiten zur Neueindeckung des Kirchendaches, der Neuverschieferung des Kirchturms sowie die teilweise Erneuerung des Mauerwerks. Auch die Außentreppen sollen eine neues Fundament erhalten. Fertigstellung der umfangreichen Außenrenovierung ist für Ende 2009 geplant.
Die katholische Pfarre „St. Joseph“ Linde gehört zu den jüngeren Kirchengemeinden unserer Region. Erst 1889 wurde das Kirchspiel Linde zur selbstständigen Pfarre erhoben, Nachdem bereits 20 Jahre vorher eine Kirche errichtet worden war. In dieser Periode gehörte Linde als Rektoratsgemeinde zur Pfarre Lindlar. Seit 1987 wurde die Pfarre „St. Joseph“ Linde zunächst in den Seelsorgebereich Lindlar und später in den Pfarrverband Lindlar eingebunden. Die Zugehörigkeit zum Dekanat Wipperfürth hat sich in all den Jahren nicht geändert. Die Geschichte der Pfarreinrichtungen zeugt vom Glaubengeist der Bewohner. Vielfältige Ortsvereine sorgen für ein reges Gemeinde- und Pfarrleben, das sich um Kirche und Pfarrheim konzentriert.
Geschichtliches:
1869 Neubau der bestehenden Kirche, einer neugotischen, dreischiffigen
Hallenkirche mit dreiseitigem Chor und Westturm, nach Plänen von
Vincenz Statz (Kosten: 6500 Taler)
1889 Nach 20-jährigem Bestehen als Rektoratskirche Pfarrerhebung und
Abtrennung von Lindlar
1892 Erweiterung des Langhauses nach Westen mit Turm- und
Sakristeianbau
1974 Renovierung der Pfarrkirche
1993 bis 1994 Grundrenovierung nach Brand des Kirchturmes
Betrachtenswerte Ausstattung:
- Neugotischer Altar von Eduard Schmitz (1903-1904)
- Taufstein (1884)Kreuzigungsgruppe aus dem Ende des 19. Jahrhunderts
- Heiliger Antonius von Padua, Pfeilerfigur, 18. Jahrhundert
- Marien- und Josephs-Altar, gestiftete Statuen neueren Datums
Text: E.Overrödder-05
Der hl. Rochus wurde hier im Rheinland schon bald nach seinem Tod als Pestheiliger verehrt.
Als das Bergische Land im 17. Jahrhundert besonders schwer von der Pest heimgesucht kurde, entstand in der Umgebung Lindlars vier Rochuskapellen: zu Kemmerich, Heiligenhaus, Loope und zu Sand bei Bergisch Gladbach. Zwei weitere Pestkapellen verdanken ebenfalls dieser Zeit ihr Entstehen: Die Sebastianuskirche in Schmitzhöhe und die Kapelle in Oberbreidenbach.
Die Rochuskapelle ist ein „einschiffiger Bruchsteinbau mit dreiseitig geschlossener Chorpartie und modernem Westturm, im Lichten 16,20 m lang, 6,80 breit, sie hat einfache Stichbogenfenster“.
Im Liber pastoralis von 1705 ist zu lesen, dass am Feste des hl, Rochus, 16. August, eine Prozession zur Kapelle zog, in der dann „ad libitum“ des Pastors eine hl. Messe gehalten wurde. 100 Jahre später hörte man von der Rochusoktav im August: auf ein Gesuch des Pastors Schwarz vom 6. April 1809, das er auf Bitten einiger Kemmericher einreichte, gewährte Papst Pius VII. unter dem 13. Juni 1909 für ewige Zeiten einen einmaligen vollkommenen Ablass allen Gläubigen, die nach Beichte und Kommunion am Feste des hl. Rochus oder in der Oktav die Kapelle „unter Anrufung des hl. Rochus“ besuchen und „dort für die Einheit der christlichen Fürsten, die Ausrottung der Irrlehren und die Erhöhung der heiligen Mutter Kirche beten.
1882 kaufte Franz Spicher, Kemmerich, in Urfeld eine Glocke für 150 Mk. Wilhelm Rehbach in Kemmerich hatte zu diesem Zweck ein Vermächtnis gemacht. 1883 wird der Antrag gestellt, die beiden alten Glocken in eine neue umzugießen; ob es geschehen ist, wird nicht gesagt, (1884 bekam die Klause eine Glocke aus der Rochuskapelle). 1886 wurde eine Glocke benediziert mit folgender Inschrift: „Kapelle in Rehberg (sic! anscheinend Grußfehler infolge Verwechslung) Maria doloresa vocor. Anno Dni 1884“. - 1917 wurde eine 69 kg schwere Glocke abgeliefert, welche ist unbekannt -. Am 14. August 1925 wurde von der Glockengießerei H. Humpert, Brilon, eine neue Glocke gegossen (Ton: fis), die noch heute mit dem alten Glöcklein (Ton: a`) einen guten Zweiklang gibt. Die Inschrift lautet: „Der schmerzhaften Mutter bin ich geweiht / St. Rochus zu preisen ruf`ich allzeit / Für die Kapelle in Kemmerich gegossen Anno 1925 von H. Humpert in Brilon“.
Der Kostenaufwand betrug 413,98 Mk.
Am 29.09.1670 wurde die Genehmigung zum Bau der Kapelle erteilt. Am 31.03.1681 gestattete der Kölner Generalvikar Johann Heinrich d`Anethan die Feier der heiligen Messe an allen Festtagen. Später war dies dann an jedem beliebigen Tag möglich. Während der Revolution, Ende des 18. Jahrhunderts, hielten aus Frankreich geflüchtete Geistliche an Wochentagen hier die heilige Messe. Heute finden Prozessionen an „Christi Himmelfahrt“ von Linde zur Kapelle statt.
Wegen seiner schönen Höhenlage mit herrlichem Weitblick auf die oberbergische Mittelgebirgslandschaft ist die Kapelle in Oberbreidenbach immer wieder Ziel für Wanderer und Spaziergänger.
Die Kapelle wird im Volksmund „Johanneskapellchen“ genannt.
Der Kranz der Kapellen um Lindlar wurde im Marianischen Jahre noch um eine weitere vermehrt. Am 10. Oktober 1954 wurde diese Kapelle feierlich eingeweiht durch die Feier einer hl. Messe unter Anteilnahme der Bevölkerung.
Der Gedanke, zur besonderen Verehrung der Gottesmutter eine Kapelle zu errichten, die größer als das Frauenhäuschen sein sollte, und in der auch Gottesdienst abgehalten werden konnte, ging von Fräulein Maria Wurtscheid in Burg aus.
Sie wurde am 15. Juni 1866 als Tochter der Eheleute Wilhelm Wurtscheid und Juliana Meier geboren. Ihr Vater war ein älterer Bruder des Pastors Max Wurtscheid, der 1901 in Mündt (Jülch) starb. Als letzte von ihren Geschwistern wohnte sie auf dem elterlichen Gut in Burg bei Lindlar. Zur Bewirtschaftung hatte Fräulein Wurtscheid Herrn Otto Heller verpflichtet, der das Gut nach ihrem Tode ankaufen sollte. Nach dem Erbvertrag von 3. August 1945 wurde Pfarrer Theodor Braun von Lindlar als Erbe des Gutes eingesetzt, dem die Verpflichtung auferlegt wurde, in Burg eine Muttergotteskapelle zu erbauen. Alljährlich am 8. September (Mariä Geburt) sollte in der Kapelle für die Erblasserin und ihre Angehörigen eine hl. Messe gelesen werden.
Am 23. April 1946 schloß Fräulein Maria Wurtscheid mit Herrn Otto Heller einen Kaufvertrag. Die Kaufsumme, die nach ihrem Tode an Pfarrer Braun zu zahlen war, sollte erst dann mit 4 % verzinst wurde. Wenige Wochen nach der Währungsreform starb die Erblasserin (17. Juni 1948), wodurch eine neue Situation geschaffen wurde. Diese fand ihren Abschluss durch einen neuen Vertrag vom 11. November 1949, der zwischen Pfarrer Braun als Erbe und Herrn Otto Heller abgeschlossen wurde. Da der Kaufpreis abgewertet war, übernahm letzterer bereitwillig die Verpflichtung des Erbvertrages von 1945, auf seinem Grundbesitz in Burg an Stelle des alten Wegekreuzes von 1756 die Muttergotteskapelle zum gottesdienstlichen Gebrauch zu errichten. Endtermin hierfür sollte der 31. Dezember 1954 sein.
Mit den Bauarbeiten wurde nach Pfingsten 1954 begonnen und unter der Leitung von Architekt Reiner Stiefelhagen (Engelskirchen) durchgeführt, so dass die Kapelle am 10. Oktober 1954 in feierlicher Weise eingeweiht werden konnte.
Die Kapelle hat eine Innenfläche von etwa 35 m². Auf Bruchsteinmauerwerk erhebt sich die aus Schwemmstein erbaute Kapelle, die innen und außen einen weißen Rauputz hat. An den Seitenwänden sind je drei runde Fenster eingesetzt, durch die der schlichte Raum genügend Licht erhält. Der Altar aus hiesigem Sandstein trägt eine moderne Muttergottesstatue, ausgeführt vom Bildhauer Hans von Wussow. Die Kapelle ist durch ein schmiedeeisernes Tor zu betreten. Vor dem Eingang ist ein aus Bruchsteinen plattierter Vorplatz, der eigens überdacht ist. Das schlichte Dach ist beschiefert und durch einen Wetterhahn geziert. An der Eingangsmauer ist das alte Wegekreuz von 1756 angebracht, in Ausführung der vertraglichen Verpflichtungen.
Wann diese Muttergotteskapelle mit ihrem Strohdach entstand, ist leider unbekannt.
In den Kirchenrechnungen von 1490 ist es unter dem Namen „Hilgenhuyß zu frauwen wyden“ – Heiligenhäuschen an der Frauen Weide (im Volksmund "Frauenhäuschen" genannt) – erwähnt. In einer Urkunde von 1519 setzt ein Heinrich Schinckern (von Waldenburg) ein Kapital von 100 Goldgulden aus, von dessen Zinsen auf der Lindlarer Kirmes bei „unser lieve frawen Heußgen“ Brot und Fleisch an die Armen verteilt werden sollte. Diese „Schellers-Armenrente“ (sie lastete auf dem Hof Scheller) wurde 1923 Opfer der Inflation.
Im Jahre 1703 erwarb Carl Lothar von Waldenburg gen. Schenkern zu Unter-Heiligenhoven das Gut Mittel-Heiligenhoven und damit das Frauenhäuschen. Am 2. Ostertage wurde alljährlich die „Emmausprozession“ zur Kapelle gehalten, wo dann auch die hl. Messe gelesen wurde. Heute zieht noch eine Prozession am Fest der Mutterschaft Mariens (11. Oktober) zur Kapelle.
Die Kapelle ist ein kleiner Bruchsteinbau von fast quadratischem Grundriß, Länge 3,45 m und Breite 3,55 m. Über dem pyramidenförmigen Rieddach ist ein offener Dachreiter mit Glöckchen (angeblich aus dem 18. Jahrhundert) angebracht.
Die Riedeindeckung und die Kalkschlämme am Außenbau wurden 1962 durch den Landeskonservator erneuert. Über der Eingangstüre erkennen wir das Wappen des Freiherrn von Waldenburg und die Jahreszahl 1703.
Die Kapelle ist ein dreiseitig geschlossener Bruchsteinbau mit kleinem offenem Dachreiter, im Lichten 4 m lang und 2,85 m breit. Im Inneren ein schlichter Altaraufsatz, angeblich aus dem 18. Jahrhundert, aus Sandstein, mit dem Relief der heiligen Dreifaltigkeit und der Krönung Mariens, darunter die sitzenden Vollfiguren von Gottvater und Christus, darüber das Wappen der Waldenburg.
Im Liber pastoralis wird sie 1705 als Station bei der Theophoria magna genannt. Bei dieser „Großen Gottestracht“ am Sonntag nach Fronleichnam wurde hier die zweite Station gemacht. Später zog eine Prozession am Dreifaltigkeitsfeste hierher. Heute ist der Festtag durch eine heilige Messe an der Kapelle ausgezeichnet. 1799 und 1814 wurden in der Kapelle Trauungen vorgenommen, wie im Trauregister der Kirche zu Lindlar verzeichnet ist.
Älteste urkundliche Nachricht von der Kapelle vermittelt uns ein Testament der Frau Maria Hackenbroich, geborene von Schenckern, Köln, deren Familie zu Unterheiligenhoven ansässig war. In diesem Testament vom 8. Juni 1720 bestimmte sie, dass „die 100 Taler, die Herr Schlebusch auf einen Wechselbrief empfangen, dem jüngeren Freiherrn Carl Joseph von Waldenburg gen. Schenckern auszuzahlen sind, um in der Dreifaltigkeitskapelle einen Altar zu erbauen und die Glasfenster und alles, was nötig ist, instand zu setzen“. Über dem Türrahmen der Eingangswand wurde ein querovales Oberlicht mit Sandsteineinfassung eingemauert und mit der Inschrift versehen: „ANNO 1720 DEN 10 7 (= SEPTEM) BRIS“.
Im Dachreiter der Dreifaltigkeitskapelle hängt ein Glöckchen aus dem 18. Jahrhundert. Die Längsseiten der Kapelle sind mit je einem kleinen Bogenfenster versehen.
1658 ist in den Kirchenrechnungen Fuhrlohn für die Dreckspähn des Cruitzheußgens bei Voßbruch aufgeführt.
1705 wird die Kapelle im liber pastoralis erwähnt. Am zweiten Tag der Bittwoche zog die Prozession dorthin und nach der Feier der hl. Messe zurück zur Pfarrkirche. Bei der großen Prozession am Sonntag nach Fronleichnam war an der Kapelle die erste Station.
Die Johanneskapelle ist ein schlichter, weiß verputzter Bruchsteinbau von 7.80 m Länge, 4,60 m Breite mit dreiseitigem Chorabschluss. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert. In der Eingangswand ist ein rundbogiges Sandsteinportal mit schmiedeeiserner Türe angebracht, darüber eine kleine Nische, im Giebel ein Bogenfenster, seitlich des Portals auf den Längsseiten je ein Fenster mit Holzrahmen. Ein zierlicher Dachreiter mit geschweifter Haube, auf zwei Tragpfeilern stehend, krönt das Satteldach.
Die Stegerwaldstiftung ließ 1982 die Kapelle von Grund auf sanieren, Kosten 60.000 DM. Im Rahmen des Denkmalschutzes wurden an Landesmitteln 20.000 DM gewährt.
Nach der Wiedereröffnung erfolgte 1983 die neue Einsegnung der Kapelle.
Alljährlich wird am Feste Johannes des Täufers, des Schutzpatrons der Hellinger Schützenbruderschaft, eine hl. Messe an der Johanneskapelle gelesen, zu der sich zahlreiche Schützen und Bürger versammeln. Seit einigen Jahren halten die Männer auf ihrem Bußgang am Samstag vor dem Passionssonntag Einkehr an der Johanneskapelle.
Diese Kapelle steht an der Höhenstraße von Lindlar in Richtung Köln (K 24).
Der heilige Rochus gilt im Bergischen Land als "Pest-Heiliger". Im 17. Jahrhundert herrschte in dieser Region die Pest ganz besonders stark. In dieser Zeit entstanden im Gemeindegebiet Lindlar insgesamt 4 Rochus-Kapellen, eine davon in Lindlar-Kemmerich.
Sie wurde 1668 erbaut und hat ein Ost-Chor. Im Jahre 1876 wurde ein neuer romanischer Turm aufgebaut. Weitere größere Instandsetzungsarbeiten erfolgten 1858, 1889 und 1907 wurde die Sakristei angebaut.
Die Kapelle ist ein einschiffiger Bruchsteinbau mit dreiseitig geschlossener Chorpartie und modernem Westturm.
Maße: 16,20 m lang und 6,80 breit i. L., einfache Stichbogenfenster.

Ihr ältester Teil war ein schlichter, schmuckloser Backsteinbau aus der ersten Hälfte das 16. Jahrhunderts mit dreiseitigem Chorabschluss und einem kleinen Dachreiter über dem Westgiebel, im Lichten 5,60 m lang und 4,20 m breit.
1905 war der Bau für 2.000 Mk, das Inventar für 1290 Mark versichert. Der Dachreiter verschwand bei dem späteren Anbau. Aus dem 16. Jahrhundert stammt auch die wertvolle, auf dem Hochaltar stehende, Holzfigur des hl. Antonius, des Einsiedlers. Seine Attribute sind das Antoniuskreuz in Form eines T und ein Drachen oder auch – wie anderenorts – ein Schwein, ursprünglich wahrscheinlich als Symbole des Teufels gedacht, der den Eremiten in der Wüstenei wohl allzu oft versucht haben mag. Es ist daher nicht verwunderlich, dass der Volksmund den hl. Antonius als „Tünnes mit´m Ferken“ bezeichnet. Da der hl. Antonius gern als Patron gegen ansteckende Krankheiten und gegen Viehseuchen angerufen wurde, kann der Schluss gezogen werden, dass die Kapelle zur Zeit einer Viehseuche entstanden sein mag, und der hl. Antonius zum Schutzpatron erwählt und verehrt wurde.
Das Geschenk eines in der Pfarre ansässigen Adeligen ist laut Inschrift eine kleine Glocke: „Anno 1668 J .S .F .V .W .G. S. Z. H.“ (= Johann Schwickard, Frhr. von Waldenburg genannt Schenckeren zu Heiligenhoven) mit dem Wappen der von Waldburg. Für diese Familie wurde auch am Fest des hl. Antonius (17. Januar) in der Kapelle das hl. Messopfer dargebracht. 1769 ging die Kapelle mit den Waldenburgschen Gütern den Besitz des Herrn von Brück über. Die ältesten bekannten Stiftungen zu Ehren des hl. Antonius an die Kapelle zum Besten der Armen erfolgten 1628, 1629, 1642, 1669 und 1716. Letztere in Höhe von 50 Rt „ahn die muttergotteß undt sant Antoni Capell“.
Von der Schenkung der Geschwister Peter, Hubert und Sibilla Schönenborn von 3.000 Mk für einen drei Hochämter in der Pfarrkirche und vier Lesemessen in der Kapelle wurden mit Genehmigung der Stifter 1.100 Mk für einen Erweiterungsbau der Kapelle abgezweigt. Dieser Anbau sollte den Umwohnern und der nicht zuletzt auch den Schulkindern die bequeme Beiwohnung des hl. Messopfers ermöglichen. Der 1913 begonnene Bau konnte infolge der durch den Krieg herbeigeführten Schwierigkeiten erst am 17. Januar, am Patronatsfest, durch Pastor Scholl benediziert werden. Die Ausführung erfolgte nach dem Plane und unter der Leitung des Diözesanbaumeisters Heinrich Renard, Köln. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 12.040 Mark.
Um 1960 wurde das Bruchsteinmauerwerk und das Schieferdach der Kapelle ausgebessert, der Kalkaußenputz aufgetragen und der Innenanstrich erneuert sowie die Fenster neu verglast. Die Arbeiten wurden im Auftrag des Landeskonservators von dem Architekten Karl Brand, Köln, geleitet.
Alljährlich wird das Namensfest des hl. Antonius festlich begangen. Ehedem brachte man vielfach Brot, Fleisch, Eier und Butter oder Geld als Opfergaben mit; der Priester segnete sie und verteilte sie an die Armen. Das gespendete Geld kam zur Hälfte der Kapelle zugute. Außerdem fütterten die Bauern in den Honschaften alljährlich ein Schwein auf, um es am Antoniustage zu schlachten und zu opfern. Dieser Brauch der „Armenspende“ schlief im ersten Weltkrieg ein; eben so fiel auch die Spende der Stadt Wipperfürth weg, die alljährlich eine Schweinszunge als Gabe an Arme übersandte.
Auch heute noch ist das Namensfest des Kapellenpatrons, der „Tünnestag“ für die örtliche Bevölkerung ein besonderer Fest- und Feiertag.
Die Dorfgemeinschaft Remshagen sowie einige Bürger aus der Nachbarortschaft Horpe hatten sich zum Ziel gesetzt, eine Kapelle für evangelische und katholische Bürger zu bauen (schon seit mehreren hundert Jahren besteht dieser jeweils 50 %ige Anteil der Religionszugehörigkeit – eine Seltenheit in der Region).
Am 03. Oktober 2000 wurde der Richtspruch gesprochen und der Grundstein gesetzt.
Die Kapelle wurde in Eigenleistung erstellt und am 09. Juni 2002 offiziell eingeweiht. Sie erhielt den Namen „Ökumenische Schöpfungskapelle“. Von einer Anhöhe herunter grüßt sie den vorbei kommenden Autofahrer sowie den Wanderer und lädt zur besinnlichen Einkehr ein.